a life less ordinary ?

the egghead diaries


Hinterlasse einen Kommentar

Wir brauchen Daten !!einself

Du kannst die Uhr danach stellen: Kaum ist Krise kommen sie alle aus ihren Löchern gekrochen und brauchen „plötzlich“ Daten. Zum Beispiel Auslastungsdaten, neudeutsch: KPIs. Das sind wichtige Infos – an ihnen macht man unter anderem fest, wieviele Leute man bald heim schicken muss.

Da frage ich mich immer: Wonach führt Ihr Eure Firmen denn sonst so ? Haltet Ihr lediglich den feuchten Daumen in die Luft und ratet ? Oder wieso kommt Ihr alle gleichzeitig ? Oder tobt Ihr durch Eure Lagerhallen und zählt das Klopapier rollenweise ? Ich glaube mittlerweile ein guter Teil solcher Anfragen ist reiner Selbstzweck – der Versuch wenigstens irgendwas zu kontrollieren in unsicheren Zeiten, ob letztlich sinnvoll oder nicht.

Ich hatte eine Liste im Kopf wer diesmal alles kommen wird … drei von vier konnte ich bis zum Wochenende bereits abhaken – der vierte wird sicher nächsten Montag anklopfen (nein es ist kein langsamer Friese, die kommen frühestens im Mai).


Hinterlasse einen Kommentar

Week two

„Inbetriebsetzung interruptus“.

Nein, das is keine Mutation von Corona (die sind hier immer so bescheuert, drum fiele das gar nicht auf wenn es mutieren würde) – das war das erwartete Resultat, wenn ich mich auf den Weg an den Arsch der Welt mache.

Natürlich – dieses mal wird alles anders – freilich, und der Mond ist ein Käskuchen.

Natürlich – in vier Wochen schaffen wir das locker – klar, wenn ein Tag 196 Stunden hat, dann könnte das sogar halbwegs hinkommen.

Deswegen hab ich gestern – statt bei den verschlafenen Friesen am Arsch der Welt zu bleiben – lieber mal flott 750km auf der Autobahn abgerissen, und bin heimgekehrt ins versiffte und hustende Bayern – allerdings in eine schrecklich aufgeräumte Hütte, denn die Staubsaugerqueen war scheint’s irgendwann da und hat die Bude gesandstrahlt.

Beim Öffnen den Kühlschranks klang mir allerdings lautes Stimmengewirr entgegen. Der Bio-Joghurt und der Appenzeller hatten Sprache entwickelt und waren scheinbar in eine philosophische Auseinandersetzung verwickelt.

Eine Ente No. 52 später, und nachdem ich alles was in den drei Wochen die ich weg war im Kühlschrank durch eine neue Ausgabe ersetzt hatte, kann ich nun sagen ‚Juchu, fürs erste hab ich es geschafft‘.

Naja, fast, ich hab hier noch Berge von versifften Klamotten, die in dem Schlammloch das sich Schleswig-Holstein nennt, entweder Schlammspritzer abbekommen haben oder irgendwie feucht sind. In jedem Fall gehören sie gekärchert – und zwar mehrfach.

Mal schauen wie lange die Schnarchnasen brauchen bis sie sich wieder melden. Ich rechne mal mit 2 bis 3 Wochen. Vermutlich werde ich dann erneut mitten in eine philosophische Diskussion der Lebensmittel im Kühlschrank (diesmal in der Ferienwohnung) rein platzen – zwischen Deichgrafkäse und den Bananen vermutlich und im typisch nuscheligen Akzent der Ureinwohner.

Aber das nehme ich gerne in Kauf – bevor ich dort vor Langeweile anfange spazieren zu gehen oder sonst irgendeinen Schei** mache.

Note to self: Hey Pixelschubbser!! Wenn Du Hirni das nächste mal an den Arsch der Welt willst, dann vergiss nicht, ne Nagelschere mitzunehmen. Weil ein so ein komplexes hochtechnisches Gerät gibt es nur in Hamburg – und das ist ’ne Stunde entfernt. Und Brillenputztücher, weil Du Siffbruder schaffst es auf irgendeine mystische Art immer wieder, die Glasbausteine auf der Nase granatenmässig einzusauen.


Hinterlasse einen Kommentar

Week One

Naja. Da kommst Du rein, großes Hallo … ‚Was machst Du denn hier ?‘ … ‚Ja, das weiß ich auch nicht‘.

Der Rest der Woche war das Schleichen über Schleichwege (meine Fresse, die Einheimischen sind entweder tiefenentspannt oder ständig bekifft – und ich weiß noch nicht genau was davon), dem Zusammensuchen von alten Accounts, dem Bauen von neuen Accounts wo die alten nicht mehr auffindbar waren …

Am anstrengendsten war der Versuch den Ureinwohnern in ihrem seltsamen Dialekt zuzuhören und so zu tun als ob man
a) überhaupt zuhören will
b) einen blassen Schimmer hätte was sie da so von sich geben
c) es einen interessierte was aus ihrer Futterluke so raus fällt …

während man
d) im Kopf 347*618 gerechnet hat um ein entsprechend konzentriertes Gesicht zu machen
e) den Kalender gecheckt hat, wann zur Hölle man denn wieder heim darf.

Business as usual also. Das ganze hier ist nach wie vor ein JETFU kapitalen Ausmasses (Joint Expert Team Fuck Up), mit Tendenz zu einem TARFUTT (Things Are Really Fucked Up This Time).

Nu ist Wochenende und ich kann versuchen eine Reinigung zu finden, die einen Schwung Hemden wäscht und bügelt.

Ja, freilich, in einer Stadt ist das kein Problem. Aber ich bin hier am Arsch der Welt (ich hab wirklich keinen Plan wieso hier jedes Jahre Bazillionen von Touris freiwillig herkommen), also kann ich mir da schon mal die Karten legen. Denn natürlich hab ich kein Bügeleisen eingepackt (und auch absolut keinen Bock abends wie weiland Vadder Krawuppke am Tisch zu stehen und Hemden zu bügeln, bin ich denn verrückt?)

Und das muss ich vor 18 Uhr schaffen, denn dann werden hierzulande die Lichter ausgeschossen und die Bürgersteige hochgeklappt … nachdem sie von 12-14 Uhr Pause von dem anstrengenden Vormittag gemacht haben. Der aber erst gegen 9 beginnt, weil sie alle auf der Straße rumschleichen wie Blinde im Glasladen. Natürlich.

Yay.

Achso, fast vergessen:
Nu weiß ich wieder wieso ich an die Nordsee gefahren bin. Um zum ersten Mal in diesem Nichtwinter Schnee zu sehen. Für ca. eine Stunde morgens um dunkelfinster auf dem Weg vom Strandhaus in das Haus das Verrückte macht. Is klar, ne ?


9 Kommentare

Tag 17855

Irgendwie hatte ich ja Hoffnung. Ich weiß auch nicht warum. Aber nachdem ich durch einen glücklichen Zufall erfahren hatte, dass nun auch endlich die Bayern Ferien haben, da dachte ich mir „Super, während die am Ballermann alle die letzten verbliebenen Hinrzellen abtöten, kann ich endlich in Ruhe einkaufen gehen !“.

Tja, was soll ich sagen: Es gibt Dinge die klappen nicht ganz so wie geplant. Dabei wollte ich doch nur ein paar der Küchenvorratsgläser ersetzen, die ich und die facility managerin haben runterfallen lassen, um anschließend einige viel kleinere und unpraktischere Gläser aufzukehren.

Wer weiss, ich hätte vielleicht vorher besser Ali besuchen sollen – den Gemüsehändler mit angeschlossenem Reisebüro. Denn vermutlich hat die TUI ein „IKEA – all inclusive, 2 Wochen Wohnzimmerabteilung, mit Schwiegereltern, Kinderwagen, Schwippschwager und dem verrückten Onkel, alles zusammen für 99 Euro!“ im Katalog. Oder es gibt ein „Bringen Sie uns alle Ihre Inbusschlüssel – für je 20 Stück erhalten Sie so viele Billy-Regale wie Sie tragen können !“ – Angebot von dem ich nichts wusste. Anders kann ich mir zumindest die bürgerkriegsähnlichen Zustände dort nicht erklären.

Schon beim Reingehen, als ich den kurzen, idiotischen Gedanken hatte, mir erstmal etwas zu trinken zu beschaffen, tobte eine wüste Schlacht rund um die Senf- und Ketchuppullen an der Plastikhotdogschmiede – und ich musste auf dem Absatz kehrt machen.

Während ich jedoch die Rolltreppe hochfuhr sah ich schon, dass es im Heim der wieherndem Köttbullar nicht wesentlich gesitteter zuging – und beschloss, dass so eine leichte Dehydrierung unter dem Strich gesünder sein würde, als sich durch dieses Gehege zu kämpfen.

Ich bog also oben angekommen sofort ab um wieder runter in die Plüsch- und Plunderabteilung zu gelangen, während die Einkaufskompanien vor mir im Unendlichen Labyrinth der Inbusschlüssel verschwanden.

Aber ich bin ja nur alle paar Jahre mal dort, und habe nicht umsonst Valiums im Handschuhfach um sie vorher zu nehmen. Drum ging das Wuhling in der Küchenglasabteilung weitgehend an mir vorbei. Und als irgendeine von der Hitze des Gefechts scheinbar völlig erschöpfte Tante begann, Serviettenpackungen in meine neben mir stehende große gelbe Tüte voller Küchengläser zu schaufeln, entlockte mir das nur ein vergleichweise zahmes „Lindgrün ? Wirklich ? Schatz, Du weißt ich hasse lindgrün !“.

Etwas später an der Kassenschlange der Verdammten angelangt erinnerte ich mich dann dunkel daran, dass die dort doch SB-Kassen haben oder hatten. Scannen, zahlen, gehen. Haben sie noch immer. Und noch immer traut sich scheinbar kaum einer sie zu benutzen, weil dahinter immer eine Mitarbeiterin mit Argusausge darüber wacht, dass man auch alles richtig macht. Und mir wurde klar, ich würde zumindest noch etwas Spaß für mein Geld bekommen.

Denn, scannererfahren wie ich nunmal bin, drehte ich nicht vier gleiche Küchengläser nacheinander auf den Kopf, um jedes einzeln zu scannen, sondern scannte das erste viermal. Schon fühlte ich den heissen Atem der heissen Schwedin in meinem Nacken. Als ich die nächstkleineren drei wieder auf einmal scannte, da spürte ich förmlich die Spannung in der Luft knistern. Doch sie blieb wider Erwarten ruhig. Als ich aber begann, das erste der acht kleinen Gläschen wieder und wieder zu scannen, da brach es aus ihr heraus:

„Sie müssen die einzeln scannen !“

Und ich drehte mich langsam zu ihr um und fragte: „Weil …. ?“

„Weil … Sie sich sonst vertun könnten !“

Ich nickte, drehte mich wieder zurück und scannte das Gläschen in meiner Hand weitere drei mal. Und während ich meine Karte in den Schlitz schob und derweil den ganzen Kram einpackte drehte ich mich zu ihr zurück und meinte: „Na, um wieviel wollen wir wetten ?“. Ich habe nicht genau verstanden was sie vor sich hin gemurmelt hat, es war bestimmt ein alter schwedisch-fränkischer Fluch, und mir werden jetzt Hörner wachsen, oder ein viertes Ohr. Aber sie ließ mich unbehelligt ziehen, um sich auf den nächsten mutigen Scannerartisten vorzubereiten, der in zehn Minuten bestimmt kommen würde.


9 Kommentare

Tag 17843

Ich weiß wann es zu warm ist. Auch ohne Thermometer. Ich muss nur in meinen Papierkorb schauen, in dem drei Rechnungen liegen, die ich

  • gemacht
  • verschickt
  • gedruckt
  • gelesen
  • gestöhnt
  • zerrissen
  • korrigiert
  • zurückgerufen
  • nochmal verschickt
  • gedruckt
  • gestöhnt
  • zerrissen
  • korrigert
  • zurückgerufen
  • nochmal verschickt
  • gedruckt
  • nicht mehr gestöhnt
  • aber den verbliebenen Schreibfehler ignoriert

habe.

Ich glaube ich bin jetzt gar, schalte mal einer bitte den Heizstrahler aus und giesst mir bitte eine Pulle Ketchup über den Kopf.

 


7 Kommentare

Tag 17811

Laberfahrt. Was ist eine Laberfahrt ? Eine Laberfahrt ist, wenn man Dich bittet den Key-Account-Manager zu seinem Kunden zu begleiten, damit dieser weder Humbug erzählt, noch weisse Elefanten verkauft. Eine prinzipiell gute Einrichtung jemanden mitzunehmen der sich damit auskennt. Eierschaukeln auf hohem Niveau – denn wenn Du gebraucht wirst, tritt man Dich unterm Tisch sanft gegens Schienbein. Ansonsten kannst Du in der Regel kleine Türmchen aus Kaffeesahnendöschen bauen, oder im Kopf irgendwas ganz was anderes konzipieren, bis Dein Einsatz kommt.

Du kennst den Firmennamen des Kunden, seine Produkte siehst Du in jedem zweiten Laden. Was sie eventuell möglicherweise vielleicht haben wollen könnten weißt Du auch grob. Sonst jedoch weißt Du nix.

Aber: Du hast ja noch knapp 3 Stunden Fahrt, wo Dich der KAM währenddessen briefen kann. Klassisches Gewinnersetup. Funktioniert auch sehr zuverlässig. Meistens.

Du hast Dir also Lärmmaschinen gestellt für 06:00, 06:15 und 06:30 in der Annahme, irgendwas von dem infernalischen Krach wird Dich hoffentlich aus dem Schlummer holen. Natürlich, wenn Du da schon mal dran denkst, dann stehst Du um 06:00 Uhr senkrecht im Bett. Während Du langsam versuchst, Deinen Namen zu buchstabieren und Dir zu überlegen wieviel Schuhe der Mensch so anhaben sollte planst Du, zwei von drei Stunden der Fahrt auf dem Beifahrersitz zu verschlummern und Dich nur mit Infos berieseln zu lassen.

Kurz vor 7 schleppst Du Dich voller Elan ins Raumschiff um Dich mit dem KAM zu treffen. Gerade als Du losgefahren bist klingelt das Mäuseklavier. KAMs Cheffe ist dran. Der KAM sei ein Bazillenmutterschiff und ausserstande, sich irgendwo anders hin zu bewegen als wieder zurück ins Bett. Wahrscheinlich Todesschnupfen. Du müsstest das alleine stemmen. Du kicherst in Dich hinein – genau das hattest Du von Anfang an vorgeschlagen und alle tönten „neineinein, der KAM muss da mit!“. KAMs Cheffe kann Dir immerhin schon mal sagen, wie die Stadt heißt, in die Du nun wirst selber kutschen müssen. Die Adresse wird er Dir später durchgeben können. Von den Teilnehmern kennt er exakt einen und hat auch keinen Schimmer, wie groß die Runde denn zu werden gedenkt. Oder wie viel Zeit sie haben werden.

Das ist der Moment wo Du intensiv den Himmel absuchst, ob der grosse Kürbis Dir gerade durch den Hochnebel hindurch den Finger zeigt. Du bist überrascht wieviele Hände er hat. Dann betankst Du das Raumschiff.

Du bekommst die Adresse genau in dem Moment, als Du ins Werksgelände einbiegst. Bist jedoch positiv überrascht. Grosser Besprechungsraum. Beamer nicht nur da, sondern auch angeschlossen. Butterbrezen, Kaffee – wenn man jetzt noch wüsste worum es geht, beinahe ideal. Du benutzt die Viertelstunde die Du zu früh da bist mehr oder weniger, um zu frühstücken.

Dann laufen die ersten Gladiatoren ein. Und noch ein paar. Und noch ein paar. Irgendwann denkst Du Dir „hossa, kommt da noch eine Vor-Band vor der show, oder bin etwa ICH die Vor-Band ?“

Es kommt keine Vor-Band. Mangels weiterer Info spulst Du Dein Standardprogramm runter. Aufmerksames Schweigen, interessierte Zwischenfragen, Du merkst Du liegst wohl nicht völlig neben der Spur, alles ist gut. Aber nach einer guten Stunde bist Du fast durch und beginnst aufmerksam in die Runde zu schauen, ob sie schon mit den Hufen scharren, oder ob sie Zeit haben. Zeit ist scheinbar kein Thema. Also flichst Du an gewissen Stellen dezente Hinweise in Nebensätze ein, was man noch alles so machen könnte. Wenige Minuten später ist Dir klar: Dir kann völlig egal sein wie viel Zeit sie haben, sie wird niemals reichen. open the flood gates, wir spielen ab jetzt nicht mehr vom Blatt, sondern wir komponieren und improvisieren Zugaben.

Am Ende ist das Display von „Jaws“ mit lauter digitalen gelben Notizzetteln gepflastert auf denen Du versucht hast, zumindest die Stichpunkte der ganzen Traumsequenzen zu notieren.

Mit einem Pappmaul steigst Du zwei Stunden später zufrieden erneut ins Raumschiff und versuchst, den dunkelschwarzen Wolken davon zu fahren. Das wird wieder so ein „mit Allem, zum Mitnehmen bitte“ – Projekt werden, das ist Dir klar.

 


19 Kommentare

Tag 17806

Wir versenken also Kähne am Deichbruch bei Fischbeck, um das Wasser einzudämmen. Nicht die schlechteste aller Ideen, gibt es der eher öden Gegend doch zumindest ein künftiges Ausflugsziel. Und wenn sie doch weg schwimmen spielt man eben später „Such den Kahn !“ oder „Mami, da steht ein Boot im Flur“. Da haben wir schon weit Blöderes versucht, das kann man machen.

Aber: Um die Ritzen dazwischen abzudichten, werfen wir BIGBAGs daneben, darauf, davor.

„Discover: B. I. G. B. A. G.

Say it: Bigbag“

Sprecht mir nach, Ihr Aushilfsjournalisten:  Das Ding heißt BIGBAG. Es heißt nicht Bigpack. Und wie man sich neue Worte einprägt, das wisst Ihr doch seit Limp Bizkit hoffentlich, haben sie Euch doch vor zehn Jahren beigebracht.

Allenfalls heißt es noch FIBC, flexible intermediate bulk container, oder für die vollkommen Unterbelichteten unter Euch Aushilfsgesindel mit Presseausweis, also die Mehrheit: faltbarer Behälter zum Zwischenlagern von Schüttgut. Wird langsam Licht ? Fein. Denn auch wenn es Euch nicht auffällt, aber wir werfen da keine viel zu großen und viel zu schweren Rucksäcke mit Käsestullen und harten Eiern für eine Kompanie in die Fluten, sondern Thermoplastbehälter mit einer Tonne Sand oder Kies.

Ich weiß nicht wer von Euch Hornochsen als erster Dreck in den Ohren hatte und Bigpack gesagt hat. Aber mittlerweile ist es wie Denguefieber, und man hört kaum noch was anderes. Ist Denguefieber eigentlich heilbar ? Falls nicht, dann gäbe das zumindest ein wenig Hoffnung…

Hinweis: Dass es bei der allwissenden Müllhalde fünf Bilder unter dem falschen Begriff gibt, sollte Euch nicht davon abhalten das, oder bei Sprachschwäche notfalls das, mal flott anzuclicken. Um wenigstens eine grobe Ahnung zu haben, was Ihr da stündlich in den Nachrichten vorlest. Sowas schadet nie.


2 Kommentare

Tag 17802

Da fährst du an den einzigen Punkt in der Republik, von dem Du eben nicht notfalls in den Rest der Welt schauen kannst. Die digitale Hölle.

Packst deinen Scheiss aus, und baust den Elektroschrottladen mit Hilfe von ein paar Kilometern Kabel und Netzteilen um.

Natürlich ist das Testsystem nicht pünktlich geliefert und aufgebaut worden. Sondern wie mit dem Bagger hingekippt, und äusserst kreativ verkabelt.

Natürlich ist das Testsystem nicht auf dem Ausgabestand des Produktivsystems. Also spielst Du erstmal stundenlang Versionsmemory –  finde zwei gleiche – damit die Tests wenigstens halbwegs der Realität entsprechen können.

Natürlich ist die Simulation für die ganze Anlagenperipherie – die ja nicht am Testsystem hängt – nicht mal halb fertig. Die ersten Aufträge laufen also einer nach dem anderen in Anlauffehler, weil alle Waagen Gewicht 0 haben, und alle Dosierungen von Komponenten nix in ihren Rohwarenzellen finden. Ja wie auch, wenn man nix simuliert.

Du wütest mit dem digitalen Hammer und kloppst fluchend nacheinander alles das grade, was Du brauchst.

Der Tag ist halb rum. Du hast noch nix geschafft. Du startest wieder mal einen Auftrag und wartest auf die nächste virtuelle Blähung der simulierten Anlage. Dein Blick geht durch die Betondecken hindurch zum grossen Kürbis – Du meinst ihn ganz leise kichern zu hören.

Aber … der Auftrag läuft. Du siehst völlig versteinert zu. Solange, bis er sich von selber beendet, weil fertig.  Wer konnte denn damit rechnen.

Und … er bucht. Dir fallen spontan die beiden Chili-Cheese aus dem Gesicht, die Dein Frühstück/Mittagessen waren.

Du untersuchst den fensterlosen Raum geschwind auf Kameras – und als Du keine findest, führst Du einen total peinlichen Siegestanz auf und summst die Titelmelodie vom A-Team.

In diesem Moment, keine 30 Sekunden später, erinnert sich der grosse Kürbis an Dich. Und läßt Dein Mäuseklavier wild klingelnd vom Tisch hupfen.

Alpha und Beta, die beiden rachitischen Server von der Baustelle aus dem letzten Jahrtausend, sind dran.

Cheffe hat ein dicker-Daumen-Problem gehabt. Und mit ein paar clicks sein komplettes Lager geleert, bis auf fünf Paletten von irgendwas, das keiner braucht. Du schaust auf die Uhr. Hmm, joah. Normale Menschen machen jetzt Feierabend. Sie setzen sich in den Biergarten und kippen sich ein wohlverdientes Radler in die Rüstung, oder zwei oder drei. Du hingegen setzt Dich ins Auto und fährst spasseshalber einfach nochmal 100 Kilometer weiter. Machst irgendwo auf der Autobahn einen Hirnreset, um Dich ins richtige mindset zu bringen für den baldigen Besuch in Stonehenge.

Rettest die Welt in achtzehn Zeilen SQL, und erntest grosses Frohlocken.

Auf der Rückfahrt musst Du Dich furchtbar konzentrieren, um nicht den gewohnten Weg nach Hause zu wählen, sondern den anderen, zurück in die Hölle. Du kommst zurück und bestellst mit nur wenigen Stunden Verzögerung bei der sichtlich überraschten Bedienung direkt zwei Radler. Du möchstest gerne beidhändig trinken. Du gibst jedoch keine Erklärung ab. Erst in dem Moment, als sie Dir das erste davon auf die Hose und die Schuhe kippt erklärst Du ihr, dass Du das vorhergesehen hättest, was ihre Überraschung noch weiter steigert. Sie wird Dich ziemlich sicher nie vergessen.


8 Kommentare

Tag 17788

Da stehst Du im Dunkelfinstren um sieben auf. Wirfst ein verschwollenes Auge nach draussen und siehst … nix. Nicht das Nebenhaus, nicht den Weihnachtsbaum, den Du vorsichtshalber gekauft und auf die Terrasse gestellt hast. Denn Du wohnst heute in einem Topf Milchreis. Es hat kuschelige vier Grad.

Fährst kurze Zeit später zwei Stunden blind in die Richtung, in der Du Frankfurt vermutest, stellst den Autopiloten an, und hältst Dich kramphaft an einem Eimer Kaffee fest um in der Gegend von Würzburg wenigstens zu wissen wie Du heißt.

Triffst Dich mit den Rittern der Schwafelrunde um zu klären, welche Fliege welche besteigt. Hattest zwischen Würzburg und Frankfurt für Dich schon eine Begattungsreihenfolge gefunden, aber nix Genaues weiß man nicht. Natürlich stellt sich raus, dass Fliege B Fliege A besteigt. quelle surpise.

Schlägst drei Kreuze als das nach drei Stunden geklärt ist. Rufst den Praktiker aus der Instandhaltung an, weil Du ihm was anderes zeigen willst, das er braucht, will, und in drei Wochen hoffentlich dann endlich bekommen wird. Und was macht der ?

Kommt vorbei, ist angetan, und bringt Dir zum Dank Deine seit zwei Wochen vermisste Sonnenbrille mit, die Du beim letzten Mal vergessen hattest !

Ich hatte die komplette Hütte auf den Kopf gestellt, Dinge gefunden die ich nieeeemals gesucht habe, und mich damit abgefunden eine neue zu kaufen … also nächtes Jahr, falls da so etwas Ähnliches wie Frühling stattfinden sollte.

Und dann ist es kurz vor zwei, Du stiefelst aus den dunklen, heissen Hallen nach draussen und stehst … im Sommer. 20 Grad. Brutalstmögliche Sonne. Du reisst fieberhaft die obersten Klamottenschichten runter und drückst den ‚Dach auf‘ – Knopp im Raumschiff durchs Armaturenbrett. Die Cokepulle im Halter köchelt fröhlich vor sich hin, der Rest Kaffee vom Morgen im anderen Halter ist vermutlich wärmer als je zuvor.

Ok, der Schal liegt zwar auf der A73, aber wenigstens die standesgemässe Joe-Cool-Sonnenbrille ist wieder da ! So sieht ein guter Tag aus !


8 Kommentare

Tag 17783

Nun muss ich Antonio Stracciatello schon wieder trösten. Dabei ist es ohnehin so schwer, einen tödlich leidenden Südländer zu beruhigen, ohne ihn über den Haufen zu schiessen. Aber was willst Du machen.

Dabei saß der arme Antonio erst vor nicht mal zwei Wochen auf meinen Stufen und heulte mir den Rhododendron nass. Denn die EU-Kommission hatte in ihrer grenzenlosen Weisheit eines der dringendsten Probleme des Staatenbunds endlich einer Lösung zugeführt: Die Olivenölkännchen in seiner Trattoria sollten Einwegfläschchen weichen. Weil, weil, weil … keine Ahnung, ich war schon bei der Überschrift lachend zusammengebochen und musste mich den ganzen Abend über furchtbar beherrschen, das nicht zu zeigen.

Denn auch wenn der freundliche Mafioso von nebenan keine Bedenken hat, das Eiscafe seiner Gegenspieler einem warmen Abbruch zuzuführen, oder seinen Besitzer mit Zementsocken im Teich zu versenken – vor der Bürokratie hat er einen Heidenrespekt. Und so klagte Antonio mir sein Leid. Und wir brauchten eine Pulle Limoncello (und 17 Beruhigungsbiere um den widerlichen Geschmack wieder weg zu kriegen) und eine Schubkarre, um ihn nach Hause zu bringen.

Vorhin jedoch, als ich gerade von der Besichtigung einer „wunderschönen 5 1/2 Zimmerwohnung in bester Lage“ wiederkehrte – bei der nur vergessen wurde zu erwähnen, dass sie einen eigenen Autobahnanschluss hat – saß er wieder vor der Tür und rief klagend sämtliche Heiligen an, während er mir verzweifelt ein leeres Ölkännchen aus der Trattoria hin hielt.

Denn es war geschehen was niemand mehr zu träumen gewagt hatte: Das verantwortliche Arschloch bei der EU hat tatsächlich auf irgendwelchen Umwegen mitbekommen, dass sein Vorschlag irgendwie nicht so begeistert aufgenommen wurde wie er annahm – und ihn bestürzt zurückgezogen.

Doch Antonio hatte die drohende Verordnung bereits vorsorglich umgesetzt. Er muss jetzt nicht nur neues Öl für die Kännchen kaufen. Er braucht auch einen neuen Fiat. Sein alter fährt nicht mehr so gut, seit er alle Kännchen in den Tank geleert hat. Das mit dem Unterschied zwischen Frittenfett und Olivenöl hat er nicht so drauf … „isse Öl, oder ?“

Und ich muss jetzt Bier holen – es könnte heute wieder etwas länger werden, und er hat wieder eine Pulle Limoncello dabei. Und ich darf wieder den ganzen Abend nicht lachen. Solltet ihr nix mehr hören, fragt Antonio wo ich bin.