a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17881.5

Dönerkompatibilität is the next big thing.

Den halben Tag über mache ich folgendes:

  • Neues Word-Dokument (aus einer von vielen Vorlagen, sonst wäre ich längst in der Klapsmühle)
  • Text drechseln
  • Speichern

An sich einfach. so what. Sicher, aber dann …

… schließt sich der beliebte Affentanz an:

  • Speichern unter …
  • Dateiformat PDF aus 50 Formaten auswählen wollen
  • Sich dabei vertun, und das drüber oder drunter erwischen
  • also nochmal machen …
  • … und raus damit als EMail.

Nervt, wenn man mal mit offenen Augen zusieht, was man andauernd wieder tut. Oder mich, wenn ich heute einen verwunderten Anruf bekomme, seit wann ich meinen Kram denn als „OpenTextFormat“ verschicken würde (woran nur der Döner und Renate schuld waren, weil ich dank kurzer Haare die Dönerbude auf dem Weg heim erstmalig sehen konnte, und daher alles mit links zusammenclicken musste). Spätestens dann gehört so etwas auf einen Button gelegt. Weil eben nicht dönerkompatibel.

In https://castagiro.wordpress.com/2013/06/08/tag-17799/ hatte ich schon einmal beschrieben, wie man sich sein Menü in Outlook 2010 in fünf einfachen Schritten anpassen (oder vollkommen verhunzen) kann. Beides geht wird WORD 2010 genauso einfach. Man muss nur wissen, wie die depperten Befehle heißen. Vorhanden sind sie meistens – sie zu finden ist oft mühsam.

  • Rechtsclick auf das Menüband
  • Menüband anpassen
  • Der wunderschöne und schon bekannte Dialog geht auf:

WORD2010Menueband

  • Rechts an irgendeine Stelle die einem taugt eine „neue Gruppe“ hinklatschen, und umbenennen.
  • Links oben „Alle Befehle“ auswählen.
  • Und scrollen.
  • Bis man bei „Als PDF oder XPS veröffentlichen“ ankommt (oder „publish as PDF/XPS“ in englischen Versionen)
  • Diesen Eintrag nach rechts in die neu geschaffene Gruppe schieben, umbenennen, vielleicht das icon ändern

Done.

Tipp 1: Mit dem Merken ist es bei mir nicht weit her, spätestens nach dem achtundzwanzigsten Umbauen und Ergänzen des Menüs wird man gerne mal etwas zögerlich. Da unten rechts gibt es einen tollen Button: „Importieren/Exportieren“, um alle Änderungen die man mittlerweile gemacht hat wegzusichern.

Tipp 2: IP65 rulez. Chöön chaaf und Knoblauchsauce gehen total schlecht aus der Tastaplö ömömöp.


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Tag 17881

Keine Ziffern. Keine Rechnerei. Keine monumentale Gedächtnisleistung. Versprochen. Heute nur Musik.

dyc fal duw wga mpc yhc yh … KANN ich mir nicht merken. dyc fa 21769 ldu wwg amp cyh cyh … auch nicht. Vielleicht das Datum der ersten Mondlandung mittendrin, aber den Rest sicher nicht. oooraaon holnel aoeaoehh oeuueao … WILL ich mir gar nicht merken.

Klingt alles auch nicht nicht richtig – ist kein beat drin. Was will man mit solchen Passworten ? Welcher braniac soll sich solche Spaghettidinger merken ? An sich will ich mir gar nix merken müssen, nur um einen Haufen Silizium einzubremsen. Drum tue ich es nicht.

UnderPlunderThunderCover … joa, vielleicht. WhereWomenGlowYouBetterRun … wenn es der Erfahrung entspricht, ja warum denn nicht 😉

Und trotzdem gehören sie alle zusammen. Ohne dass ich wissen muss wie sie genau lauten.

Denn ich merke ich mir stattdessen nur das hier:

Do you come from a land down under
Where women glow and men plunder
Can’t you hear, can’t you hear the thunder
You better run, you better take cover

Oder wie wäre es damit ?

Take my money, take my car
Don’t you take my guitar
It won’t play with you
Hoochie Koo, screw you

Der ganze Nudelteller da oben ist gebildet aus einem einzigen Refrain. Einem von vielen, die ich erst vergessen werde, wenn die drittletzte Gehirnzelle abgestorben ist, weil die Popnutten und Stricherkapellen mich letztlich dann doch irgendwann geschafft haben.

Ein Refrain ist alles was ich brauche. Ich muss ihn mir nicht mal einprägen, ich kenne ihn doch sowieso. Nicht nur einen, Dutzende. Ob nun die ersten Buchstaben, die zweiten, garniert mit Zahlen an einer bestimmten Stelle, durchrotierend für den Fall dass ich mein Passwort laut policy alle Monate wechseln muss, das letzte Wort in jeder Zeile, jedes zweite groß geschrieben – alles da. Ein gigantisches Spielfeld für selbst die deppertsten Ideen, wenn man es braucht – was oft gar nicht der Fall ist. Simpel muss es sein. Ich will es mir nicht notieren müssen, oder mir eine eine hochkomplexe Vorschrift merken müssen nach der ich es generiere. Ich muss lediglich wissen nach welchem Muster ich arbeite, um überall und jederzeit das darin wohnende Passwort raus holen zu können. Bei denen die man oft braucht ist es so, dass man nach kurzer Zeit nicht mal mehr oder kaum noch innehalten und kurz nachdenken muss.

Statt eines Passworts merke ICH mir zu jedem wichtigen account nur den Song der dazu gehört – das Muster ist immer das gleiche.

Und wenn ich es wechseln muss, weil ich es versehentlich auf fuckbook gepostet habe ? Ja selbst dann nehme ich eben einen anderen Song und tausche es aus. Poeten die nächste Strophe von Schillers Bürgschaft, Juristen das nächste Gesetz (hierzulande hervorragend geeignet für 3840stellige Passwörter!). Paranoide ersetzen noch jedes „and“ im Text durch „Alufolienhut“, whatever. Keep it simple.

Hier das Ganze leicht abgewandelt, und übersetzt in nerd:

 


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Tag 17879

8 Zeichen sind zu wenig. Weil ich heute grade mal wieder gefragt wurde als man mir beim Tippen zusah „Wieso so lang ? Bist Du bekloppt ?“ – und ich antwortete „Das weißt Du doch, aber die Antwort lautet 62 hoch 25“, ein (hoffentlich halbwegs verständlicher) Ausflug in ‚Passwörter für Randgruppen‘. Wir reden nicht über „fussball“, „zalando1“ oder „josua123“ (Bonuspunkt für jeden der weiß, wo das her kommt, denn er ist vermutlich fast ein genau so alter Sack wie ich).

Die prinzipielle Rechnerei ist mit ein bisschen gutem Willen und dem Weglassen von Details an sich vollkommen simpel: <Erlaubter Zeichensatz> hoch <Passwortlänge> = <Mögliche Kombinationen>. Ungefähr. (Jajaja. Weiß ich alles selber. Klappe, das ist hier kein Proseminar, als Näherung langt das.)

Angenommen also man nimmt nur Kleinbuchstaben und ein acht Zeichen langes Passwort: 26 hoch 8 = 208.827.064.576

Nimmt man Klein- und Großbuchstaben plus die zehn Ziffern: 62 hoch 8 = 218.340.105.584.896

Eine 12-stellige Zahl, oder eine 15-stellige Zahl an Kombinationen. Klingt viel, oder ? Zunächst bedeuten sie gar nichts. Hinreichendes Glück vorausgesetzt kann man auch sie mit dem ersten Versuch erwischen. Aber natürlich ist das umso unwahrscheinlicher, je mehr Kombinationen zur Auswahl stehen. Aber durchprobieren kann man sie. Durchprobieren ? Wirklich ? 218.340.105.584.896 Kombinationen, der Reihe nach ? Viel Spaß, denkt man da. Dem ist aber nicht so. Nicht, wenn man z.B. 1 Million Kombinationen in der Sekunde prüfen kann:

218.340.105.584.896 / 1.000.000 = 218.340.106. Immer noch ein Haufen Sekunden die man braucht, umgerechnet rund 2.527 Tage, also knapp 7 Jahre, wenn erst der allerletzte Versuch der richtige sein sollte. In der Regel ist man nach der halben Zeit fertig. Klingt für den ein oder anderen vielleicht immer noch akzeptabel, denn: 1 Million Kombinationen in der Sekunde durchzuprobieren, wie soll das denn gehen ?

Naja. Dazu benötigt man keineswegs ein Rechenzentrum mitsamt eines eigenen Kraftwerks, oder wirklich viele wirklich flinke Indianer an wirklich vielen Tastaturen. Sondern das bekommt man für ein paar hundert Euro im Murksmarkt an der Stadtgrenze. Interessanterweise kauft man dafür nicht PCs und insbesondere ihre CPUs, sondern nur ein halbes Dutzend Grafikkarten – die nix können, aber schnell rechnen. 1 Million Versuche in der Sekunde ist also alles, nur kein ernsthaftes Hindernis. Das ist nicht mal die Hobby-Liga. Passend dazu ein link – zwei GPUs, und eine halbe Million Versuche pro Sekunde sind kein Thema mehr.

1 Milliarde Kombinationen liegen schon eher in der Liga derjenigen, die wirklich ernsthaft etwas entschlüsseln wollen in der Annahme, es handele sich aller Voraussicht nach nicht nur um ein Bild meines linken Ohrs. Was das Rechenbeispiel allerdings ganz fix zu einer Fingerübung zusammenschnurren läßt: 218.340.105.584.896 / 1.000.000.000 = 218.340. Umgerechnet 2,6 Tage. Höchstens. Wenn man keinerlei Anhaltspunkt hat, und wirklich der Reihe nach alles durchprobieren muss. Wer es aber richtig ernsthaft wissen will, kommt sicher noch einen Faktor 100 weiter. Und wenn nicht jetzt, dann in einigen Jahren. Dann spätestens sind wir im Minutenbereich.

 

Gordon Moore hat in der Steinzeit ein Gesetz postuliert: Dass sich die Rechenleistung alle 12 bis 24 Monate verdoppeln würde. Man hat ihn ausgelacht. Er lag jedoch nicht nur über Jahrzehnte richtig damit, nimmt man die enormen Etats hinzu die manche in der Hand haben, um Hirnleistung und damit ausgefuchstere und skalierte Rechenleistung zu kaufen, verdoppelt sie sich noch wesentlich fixer.

Wir haben hier das klassische Hase-und-Igel-Rennen vor uns. Wir selber haben in der Hand, wie lang unsere Passwörter sind, wieviel Kombinationen man also durchprobieren muss, um sie zu knacken. Die „andere Seite“ ™ hat in der Hand, was sie zusammenschraubt, um möglichst viele dieser Kombinationen in möglichst kurzer Zeit durchprobieren zu können.

 

Und deshalb sind 8 Zeichen zuwenig. Viel zu wenig. Sie sind gut genug für die neugierige Tante, und den Oppa mit seinen zehn Daumen. Sobald aber kein Mensch da sitzt und es tippend versucht zu knacken, sind 8 Zeichen jedoch genau so gut wie gar kein Passwort.

Weswegen ich bei den wichtigen Dingen 645.345.427.773.512.447.880.377.451.634.304.602.899.218.432 Kombinationen zum Ausprobieren zur Verfügung stelle: 62 hoch 25. Plusminus drei, denn ich habe das ja alles im Kopf gerechnet. Um einerseits gegen große Etats und brillante Köpfe anstinken zu können, andererseits gegen Implementierungsfehler, die einen großen Teil der Kombinationen vielleicht wertlos machen könnten. Was immer wieder mal vorkommt. Und entgegen aller Realität um uns herum gibt es nach wie vor ein paar richtig kluge Köpfe. Generalschlüssel und Vermutungen darüber lasse ich mit Absicht außen vor.

Besser als 8 Zeichen ? Schon. Aber an sich nur ein wenig.

Wie zur Hölle man sich ein paar Dutzend 25-stellige Passwörter merken soll ? Es ist viel simpler als man meint, simpler als einen Einkaufszettel im Hirn zu behalten, oder den Jahrestag des ersten geteilten Kaugummis mit der Sandkastenliebe nur ja nicht zu vergessen. Ein anderes mal.

 


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Tag 17878

Du lieber Himmel. Der Schimpanse mit seinen Darts war wieder da, und hat ein Riesenspektakel veranstaltet.

Ich hatte ihm gesagt er solle auf BMW, VW (beide long) und Hannover Rück (short) zielen – aber großer Werfer der er numal ist, hat er natürlich daneben gehauen und TUI auserkoren. Vielleicht ein Hinweis dass er Urlaub braucht. Meine Versuche ihn zu jagen, zu füllen, und zu braten waren wie immer erfolglos, und er hat mich vom Kronleuchter aus ausgelacht. Womit ich statt der Saftschubbsen früher (Lufthansa) nun zähneknirschend den Saftschubbsenauftragsdienst (TUI) im Depot habe. Na wenn er meint, ist ja sein Geld … und die im Depot aktuell noch vorhandenen Mohikaner werden es schon richten:

Die Gameshowspezialisten (Pro7Sat1Media) liegen 48% vorne. Zuzüglich der 15% Dividende. Noch so einen Treffer und Cheeta darf von mir aus auf die Bahamas fliegen. Mit der TUI natürlich.

Antons Kartonagendealer (Dt. Post) sind irgendwie wie Dampfer fahren, und liegen knapp 30% im plus.

BTW: Als ich ihn bat, auf den DAX als Ganzes zu zielen damit ich einen dbx Tracker nehmen kann hat er mit den Darts nach mir geworfen. Blödes Vieh. Aber er wird recht bald nochmal auf die drei Kandidaten zielen, die mir vorschweben. Weil ich der bin, der die Bananen verwaltet.

Hinweis laut §34b WpHG: Der Autor ist in den entsprechenden Wertpapieren derzeit zumindest zum Teil investiert. Es liegt daher ein möglicher Interessenkonflikt vor. Wobei mich an sich in erster Linie meine eigenen Interessen wirklich kümmern. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen überdies keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar – sondern ausschließlich zum Suchen und Werfen, Verbummeln oder Verstecken von Darts und Betrachten von Charts durch einen Schimpansen. Der Kauf von Wertpapieren jeder Art kann darüberhinaus zu Magengeschwüren, Fußpilz, Blähungen und plötzlicher Hinwendung zum Glauben führen. Informieren Sie sich daher umfassend und fragen Sie vorher vielleicht Ihren Arzt, Apotheker, Friseur, Klempner, Kammerjäger und/oder Bankberater – wem immer Sie am meisten vertrauen, oder wer die angenehmste Stimme hat. Nur nicht mich, denn ich habe keine blasse Ahnung was ich da tue und bin als Vorbild ohnehin vollkommen ungeeignet. Sollten Sie jemals in die Versuchung kommen hier genannte Werte selber zu handeln so kann ich mit hoher Sicherheit behaupten, dass Sie mit einiger Wahrscheinlichkeit den völlig falschen Zeitpunkt wählen und vielleicht lieber genau das Gegenteil davon machen sollten. Dies zumindest ist die Erfahrung die ich selber oft mache wenn ich das tue, was andere tun. Mein Schimpanse stimmt diesen Ausführungen scheinbar zu, denn er hat aufgehört mit Bananen nach mir zu werfen.

BTW: Alte Beiträge des Jahres sind unter der Rubrik „Dartwürfe“ zusammengefaßt.

Edit 27.08.

Sie spielen es scheinbar wieder auf das vierte Quartal hin. Woher eine Kursbewegung kommt ist letztlich wurscht, warum also nicht mal „Angst vor einem Syrienkonflikt“, obwohl die Konjunkturdaten toll sind. Cheeta kommt daher ungeschoren davon: Zwar hat sie mir mit TUI ein Ei ins Nest gelegt, das besonders ekelhaft auf drohende Konflikte und damit verunsicherte Anleger reagiert. Aber dafür hat sie mich warten lassen bis die Signale bei den anderen wirklich da sind – und daran gehindert sie zu erwarten und schon vorzupreschen. Komm, teilen wir uns eine Banane, Pelzgesicht.

Auch wenn es länglich ist, und der Typ den üblichen Gebrauchtwagenverkäuferslang der Branche verwendet und zwischen den Zeitskalen umherhupft wie ein Känguruh auf Extasy: Wenn er das immer so macht (habe vorhin erstmals kurz ein Auge drauf geworfen weil mich Analysen an sich nicht interessieren) ist er in seinem Stil recht nahe an meinen eigenen Überlegungen. Ruhig mal reingucken, Thema ist ein bissle DAX, VW, Daimler und noch irgendwas. (http://www.godmode-trader.de/nachricht/DAX-Mittagsausblick-Immer-wieder-das-gleiche-Spiel,a3153702.html).


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Tag 17877

Gesund zu essen ist doch schwieriger als ich manchmal denke.

Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemühen. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin nein falsch, halt’s Maul Faust, andere Baustelle, lass mich mal.

Habe nun, ach! … Bio-Rucola gekauft. Im heißen Bemühen, meine Bio-Perlhuhnfilets darunter zu verstecken. Und irgendwas zu haben das mich satt macht, wenn schon nicht glücklich.

Was ich nicht wusste: Echten Bio-Rucola muss man scheinbar zubereiten, während man ihn noch bezahlt. Vor dem Einpacken. Und vor dem Heimfahren. Tut man das nämlich nicht und wartet gar einen ganzen Tag, dann wird er zu Rasenmäherfangkorbinhalt. Riecht so, schmeckt so. Selbst die Biotonne hinterm Haus hat angewidert gerülpst, als ich sie damit zwangsernährt habe.

Womit ich dann doch wieder mal bei Trennkost – Expert Style angelangt war:

Eine Menge Fleisch, nix dazu, denn die Beilage war vorzeitig ausgeschieden.

Und einem selbstgemachten Dip aus „Bulls Eye“-Sauce, einer zerdrückten Zehe Knobi, und sehr scharfem Ajvar, was mich zwar beim Rühren ausschauen läßt wie Dexter bei seiner Lieblingsbeschäftigung, aber dafür himmlisch schmeckt. Und mich das kalte Wetter sehr gut gewärmt überstehen läßt. Jetzt irgendwelche Eisfüße zu wärmen wäre z.B. überhaupt gar kein Problem.

KJ-52 ft. Blanca Reyes – You’re gonna make it

(http://www.youtube.com/watch?v=KxQ6IzBUMF0&list=PLb8lpRbD2d4J2OMWgS-nIgQOoWP48sZei) <- mit http://www.hidemyass.com oder einem anderem Proxy auch in D zu hören.

Yes your gonna make it
Don’t you worry ‚bout a thing it’s gonna be alright


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Tag 17876

Endlich ist sie fertig, die Waldschlösschenbrücke. Und schön, dass die Betriebsbremser die mit ihrem andauernden Störfeuer (trotz über zwei Drittel Zustimmung seitens der Dresdner für den Bau) Kosten und Bauzeit vermutlich verdoppelt haben, jetzt frustriert mit dem Fuß aufstampfen. Hoffentlich platzt ihr wie die Lemmings, Denn niemand braucht Euch.

Alte Steine anzubeten bringt uns nämlich nicht weiter – Infrastruktur bringt uns weiter.

Man hat dafür schließlich nicht die Frauenkirche abgerissen, die Wartburg überdacht, den Kölner Dom eingeebnet oder die Pyramiden abgetragen, sondern eine einzelne – und in meinen Augen erstaunlich dezente – Brücke über einen der größten Flüsse Europas gebaut. Wie man das seit Jahrhunderten eben tut. Die zudem dringend notwendig war. Denn wer einmal übers „blaue Wunder“ kutschen musste weiß, wieso dieser alte Eisenhaufen spätestens 2030 (und das ist nicht mehr so lang hin) plötzlich und mitten in der rush hour grußlos in der Tiefe verschwinden wird.

Unsichtbare Brücken jedoch gibt es nicht. Und nur damit nichts Euer trübes und in der Vergangenheit verhaftetes Auge stört einen Tunnel drunterher zu buddeln – Applaus für die Entscheidung, das eben nicht zu tun, und stattdessen der UNESCO den Finger zu zeigen. Abgesehen davon wären dann bestimmt die Maulwurfschützer wach geworden, die sie in ihrer Paarung beeinträchtigt gesehen hätten. Oder die Juchtenkäferbehütungsbrigade hätte einen solidarischen Busausflug nach Dresden gemacht.

Scheiss doch auf den Pseudotitel „Weltkulturerbe“ ! Wo bringt der uns auch nur einen Millimeter vorwärts ? Im Gegenteil, er behindert und verteuert Maßnahmen an allen Ecken und Enden. Und zwar weit mehr als die drei zusätzlichen Touris, die die UNESCO ihre Reiseplanung machen lassen, uns einbringen. Und schau ich mir die Liste des „Weltkulturerbes“ allein in Deutschland an, dann gewinne ich ohnehin den Eindruck jedes zweite alte Gemäuer ist bald ein solches – und der Rest Baudenkmäler – egal ob sie im letzten Krieg im Wesentlichen planiert und danach von Grund auf neu gebaut wurden, oder wenigstens in Ruinen noch standen.

Glückwunsch liebe Dresdner zu Eurer neuen Brücke. Wir warten hier sehnsüchtig auf die dritte Brücke über die Regnitz. Seit 30 Jahren. Aber ist wisst ja, die Maulwürfe, die Fruchtfliegen … und sicher steht noch irgendwo ein mobiles Dixieklo von Kaiser Heinrich II. im Weg, als er 1002 das erste Mal den Namen Erlangen niederschrieb.


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Tag 17875.8

900 Kilometer in der Jacke, für eine geplant 120-minütige Tanzvorstellung, die nach knapp vier Stunden dann wegen einsetzenden Feierabends vertagt werden musste.

Ich kann mich nicht entscheiden, welche Art der Präsentation ich lieber mag: Die, wo ich keine Ahnung habe wer nun wer ist, und wo die ganze Bande noch nie was davon gesehen hat. Oder die, wo einer schon mal ein paar Folien an die Wand gebeamt hatte und sie schon wissen, welche Farbe die Software hat, und ein Drittel der Funktionen kennen.

Beides ist auf seine Art anstrengend.

Die Wasserfallmethode hat den Vorteil, dass ich sie erstmal ruhig halten kann, bis sie wenigstens das Grobe mal gesehen haben. Und sie in der Zeit beobachten, bei welchen Punkten sie anspringen und was sie eher nicht brauchen. Um anschließend genau da drauf einzusteigen. Sie hat den Nachteil, dass sie nur die Hälfte behalten und man überall nur an der Oberfläche kratzen kann.

Die Präsentation nach Art der Tomatenmarktube (drück mich und vorne kommt was raus) hat den Vorteil dass ich blitzartig weiß, in welche Funktionen sie sich verbeissen, wo also richtig action drin ist. Weil ich sie im Boot habe und sie Fragen stellen. Sie hat den Nachteil, dass sie manche highlights gar nicht zu Gesicht bekommen, weil man sich im zweiten, spätestens dritten Thema derart in den Details verfranzt, dass man Stunden älter ist. Und irgendwo im leeren Raum zwischen Vorführung und Feinspezifikation der möglichen kundenspezifischen Anpassungen steckt. Und mehr oder minder eine wilde Schnitzeljagd durch die halbe Software veranstaltet. Während sie von der anderen Hälfte kaum mehr sehen als die Oberflächen. Das macht auf seine Art auch Spaß, weil es mich fordert, aber danach bin ich komplett leer. Dat is wie Steine kloppen nur ohne Steine.

Bei beiden Varianten muss man danach noch minigens einmal hin. Bei beiden werden beim zweiten Termin wieder Nasen aus drei Regalen dabei sein: a) Wissen noch worum es geht b) Waren dabei aber haben alles vergessen c) Waren letztes mal gar nicht dabei und halten den Betrieb mit grundlegenden Verständnisfragen auf.

 

Zum Glück konnte ich auf dem Rückweg endlich mal wieder in einem Schaltgetriebe rumrühren. Ich verstehe zwar nicht, wieso ein rachitischer Opel Kombi Diesel, der bei 160 bereits die Pleuel durch die Motorhaube stecken will, sechs Gänge haben muss, aber immerhin hält einen das beschäftigt. Besonders in der rush hour in NRW, in der ich auf dem Rückweg steckte.

Und ich konnte bei Kentucky schreit Ficken nach Ewigkeiten mal wieder eine begehbare Box Hot Wings niederkämpfen. Ich muss wohl recht fertig ausgesehen haben – denn die Hühnerstallchefin packte mir 12 statt 9 Lämmergeierflügel in die Box. Die Pommes taugten nix, dass in die Coke Kohlensäure gehört wissen sie vielleicht nicht, der Coleslaw hingegen war erstaunlich gut ! Was man allerdings mit den winzigen Fingerentsiffungstüchlein erreichen soll bleibt mir schleierhaft – schon nach einem halben Pfund Panade an den Fingern geben sie auf.

Heute beschlossen, was ganz Einfaches zur Entspannung zu machen. Kluge Entscheidung. Habe minigens doppelt so lange dafür gebraucht wie normal. Und muss am Montag besser noch mal drüber gucken, weil ich mit Sicherheit ein oder zwei Wanzen reingefrickelt habe.

Ab jetzt ist vorbereiten auf Sonntag angesagt. Sonst werde ich nicht nur nicht die Gewichte bewegen können, sondern vermutlich schon am Vorhängeschloß des Spinds in der Umkleide scheitern. Und samt des Rucksacks mit den Sportklamotten auf der Treppe ins Studio einschlafen.

Selbst für einen Daiquiri bin ich zu faul, die Eiswürfel gehen so schwer aus dem Behälter. Ich würde daher sogar ein Mädchenbier nehmen, aber sowas habe ich nicht.

 


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Tag 17875

Steve Ballmer geht also. Auch wenn es von vielen Seiten heißt „endlich !!!1elf“ : Der Head-Cheerleader von Microsoft hat seit 2000 sicher keinen ganz schlechten Job gemacht. Dass er etliche Veränderungen auch gegen das Geschrei durchgedrückt hat, war wichtig und richtig. Dazu gehörte ein breites Kreuz.

Nur die letzten Jahre nicht mehr. Entweder er hat irgendwann aufgehört die Welt zu verstehen. Oder er hat verlernt zu bewerten, was man gegen die Massenmeinung durchsetzen soll und muss, und was nicht.

Die Reihe der Desaster aus der jüngeren Zeit jedenfalls ist schon arg lang:

-) Das verschlafene mobile computing. Auch wenn die Spielzeuge nach wie vor Spielzeuge sind: Entweder ich bewege mich auf einem Markt richtig, ganz und gar, oder ich lasse es komplett. Schon die erste Version MWP 7 (2010) war broken by design. Und nicht mal gut genug, den Konkurrenten trotzdem einen nennenswerten Marktanteil zu nehmen. Sowas kann zwar eine berechtigte Motivation sein, jedoch muss man selbst dafür wenigstens annähernd in ihrer Liga spielen wollen. Und so war es kein Wunder, dass kaum ein Hardwarehersteller auf dieses tot geborene Pferd setzen wollte.

-) MPW 7.1, 7.5, 7.8 und 8 wären sicher weit besser geworden, hätte man dabei eben nicht bereits auf die unselige all devices – one OS – Schnapsidee geschielt und das Ding weiter verhunzt, damit es nicht nur das nicht kann was es tun soll, sondern noch übler wird, damit es auch auf richtigen Rechnern statt nur auf Spielzeugen und Mäuseklavieren optisch ähnlich daher kommt.

-) Auf dem Weg weiterzugehen war jedoch wohl unvermeidbar wenn man sich nicht traut, einen groben Irrtum einzugestehen, auch nachdem er bereits Milliarden gekostet hat. Dabei war längst sichtbar, dass die all devices- one OS – Strategie spektakulär gescheitert war. Sonst hätte man zwar sicher W8, nicht jedoch daneben auch noch W8 RT erfinden müssen. Um dann was zu haben ? Drei in sich fast vollkommen verschiedene Betriebssyteme aus einem Haus, jedes für eine Geräteklasse und sich lediglich optisch ähnelnd: MPW 8 (für das Mäuseklavier), W8 RT (für den Schminkspiegel), W8 (wenn man ernsthaft was arbeiten soll, auf dem PC). Und auch keinen W12 Server, der die vermurkste Idee auch noch auf die Server pumpen will. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass es da besser ist, für unterschiedliche Zwecke unterschiedliche Systeme zu haben, die aufeinander keine Rücksicht nehmen müssen – und alle wissen das ! Weil Ihr nämlich ausgesprochen erfolgreich wart als das noch so war.

-) Auch die Idee, aus einer Herde Elefanten des Konzerns (Software, Dienstleistungen, Hardware, Design) einen großen Dinosaurier („One Microsoft“) bauen zu wollen, ist nicht viel mehr als der verzweifelte Versuch Bereiche zusammenzufassen, die einem einzeln bereits aus dem Ruder laufen. Und zeugt entweder von Kontrollverlust, oder der mangelnden Fähigkeit zu delegieren.

-) Leute wie Steve Sinofsky gehen zu lassen und sie durch Luftpumpen wie Julie Larson-Green zu ersetzen, die schon Office 2007 verhunzt hatte (weil sie starrsinnig darauf bestand, das gewohnte Menü nicht mal mehr optional anzubieten und damit Milliarden an Umschulungskosten bei den Anwendern verursachte), war vielleicht die verheerendste Idee von allen. Und vermutlich war es nur natürlich, sie daraufhin ihren Wahn eine Stufe darüber – direkt in den Betriebsystemen – ausleben zu lassen … zu dem Gemurkse rund um die XBox kann ich nichts beitragen. Ich weiß nur, dass kaum jemand eine hat – so genial scheint Ihr dort scheinbar auch nicht gewesen zu sein. Höchste Zeit, sie auch noch dafür den Hut aufhaben zu lassen, nachdem sie schon in den bisherigen Bereichen vollkommen versagt, jedoch lernresistent ist.

Steve, ich fürchte Du gehst beinahe zu spät. Denn die Gestalten die Du positioniert hast, werden uns vermutlich wie Schnupfen im Herbst erhalten bleiben – und ich würde mich nicht wundern, wenn Larson-Green statt endlich fristlos gefeuert und durch ein halbes Dutzend Manager für je genau einen Bereich ersetzt zu werden, Dein Nachfolger würde. Aber ich hoffe noch, dass Billy Boy G. das zumindest zu verhindern versuchen wird.

As a sidenote: Microsoft hatte gestern eine Marktkapitalisierung von rund 200 Milliarden Euro. Das ist nicht ganz wenig. Und für einen nicht kleinen Teil davon bist Du verantwortlich. Sobald Du jedoch heute Deinen baldigen Abgang verkündet hattest passierte was ? Sie ging in der Spitze um knapp 10 Prozent nach oben – rechnen wir mal damit, dass fünf Prozent bleiben werden. Was Deinen Abgang rund 10 Milliarden Euro wert macht. Nur damit Du den Stuhl räumst.

Eine Lobeshymne auf Deine Leistung im Gesamten sieht anders aus, findest Du nicht ?


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Tag 17872

Ich weiß, es ist hartes Brot. Viel Text. Wenige Bilder.

Aber nehmt Euch die Zeit, es wenigstens einmal quer zu lesen. Und zumindest einigen Links im Artikel zu folgen. Nur um eine Idee zu bekommen wo wir bereits sind. Und um zu ahnen wo wir bald sein werden – wenn von denen die wissen niemand aufmuckt, und die meisten nicht mal wissen. Oder wissen wollen.

Ihr seid keine Behörde, keine Firma ? LEST ES TROTZDEM.

 


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Tag 17870

Nochmal zum Mitschreiben für die ganzen Zugereisten: Rein prinzipiell gibt es hier so überhaupt gar nix zu sehen. Und für die Bergkirchweih seid ihr ein paar Monate zu spät dran. Vielleicht wart ihr ja pünktlich im Juni in Bad Kreuznach losgefahren – nach dem was ich grade gesehen habe will ich das nicht ausschließen. Wenn Ihr trotzdem meint, hier gäbe es etwas besichtigenswertes, fein.

Nur dann beachtet bitte folgende Reisewarnung für Franken:

Sightseeing bedeutet: Bus, Fahrrad, Ochsenkarren, Kamel, Birkenstock. Karierte Hemden, Sandalen, gekochte Eier, Leberwurschtbrote, pisswarme Limonade. Und den unvermeidlichen Apfel.

Sightseeing bedeutet nicht: Mit 30 im silbernen 5er samt Kind und Kegel durch die Stadt zockeln und drauf warten dass jede Ampel rot wird. Dann wird man nämlich von allen Einheimischen angehupt. Mehrfach. Lange. Und an der übernächsten Ampel angepflaumt. Von Leuten wie mir. Und einem das verschlafene Rumgondeln auf Hauptstrassen nachhaltig verleidet. Weil wir unsere Strassen dazu benutzen, um von A nach B zu kommen.

Ich liebe es, dafür im Sommer nicht mal die Scheibe runterlassen zu müssen. Und im anderen Auto trotzdem hervorragend gehört zu werden.