a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17958.7

Mails vor dem Absenden noch einmal zu überfliegen kann hilfreich sein.

Das Mäuseklavier im Raumdock hat einen Akku. Keine zwei AAA, sondern einen Spezial-Super-Duper-Akku. Wenn das Ding jedoch ständig entweder am Ohr klebt oder in der Ladeschale steckt, streckt auch ein Super-Duper-Akku irgendwann die Flügel.

Also bestellt der capt’n beim Buchhändler des Vertrauens einen neuen mit Super-Duper-zügigst-Lieferung. Keinen Tag später ist er da, in einer Super-Duper-Verpackung – der Akku ist ungefähr so groß wie ein Stückchen Schokolade, der Karton hätte auch von Zalando sein können. In dem Wust von Verpackungsmaterial und Gutscheinen für allen möglichen Scheiss findet der capt’n schließlich den Akku, baut ihn ins Mäuseklavier, und steckt dieses in die Ladeschale.

Hocherfreut kommt er nach seinem morgendlichen Trip durch den Irrsinn des Alltags zurück und stellt fest, dass keine Anrufe in Abwesenheit vorliegen, das Mäuseklavier blinkt zur Abwechslung mal nicht hektisch. Alles war gut.

Bis er telefonieren wollte. Und das Mäuseklavier still blieb. Kein Display, kein Tuten, nada. Dabei hatte er extra einen Original-Super-Duper-Marken-Akku gekauft, nicht den Billig-Akku der nur ein Viertel kostet. Der capt’n bekam Blutdruck.

In weiser Vorausicht – oder weil er in seinem tiefsten Inneren ein Hamster ist – hatte er den ausgebauten Originalakku in die Schublade mit dem kleinen Friedhof der Elektrogeräte gefeuert. Ihn zog er nun wieder raus, baute ihn ein und – ja, das Mäuseklavier arbeitete wieder. Alten Akku raus, neuen nochmal rein – ja, es war tot. Also baute er das Original wieder ein.

Während er einige Minuten später an einer das Herz wärmenden mail an den Hersteller des Dreckdings saß und beim Korrekturlesen versuchte, zumindest jedes dritte Schimpfwort zu entschärfen, spielte er mit dem Ersatzakku. Bis er feststellte, dass dieser eine Art winzigen Kratzer auf der Oberfläche hatte.

Neugierig geworden prokelte er ein wenig an der Oberfläche herum …. und entfernte eine Minute später die durchsichtige Hülle, in die der Akku randlos und nahtlos eingeschweisst war.

 

 

 


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Tag 17806

Wir versenken also Kähne am Deichbruch bei Fischbeck, um das Wasser einzudämmen. Nicht die schlechteste aller Ideen, gibt es der eher öden Gegend doch zumindest ein künftiges Ausflugsziel. Und wenn sie doch weg schwimmen spielt man eben später „Such den Kahn !“ oder „Mami, da steht ein Boot im Flur“. Da haben wir schon weit Blöderes versucht, das kann man machen.

Aber: Um die Ritzen dazwischen abzudichten, werfen wir BIGBAGs daneben, darauf, davor.

„Discover: B. I. G. B. A. G.

Say it: Bigbag“

Sprecht mir nach, Ihr Aushilfsjournalisten:  Das Ding heißt BIGBAG. Es heißt nicht Bigpack. Und wie man sich neue Worte einprägt, das wisst Ihr doch seit Limp Bizkit hoffentlich, haben sie Euch doch vor zehn Jahren beigebracht.

Allenfalls heißt es noch FIBC, flexible intermediate bulk container, oder für die vollkommen Unterbelichteten unter Euch Aushilfsgesindel mit Presseausweis, also die Mehrheit: faltbarer Behälter zum Zwischenlagern von Schüttgut. Wird langsam Licht ? Fein. Denn auch wenn es Euch nicht auffällt, aber wir werfen da keine viel zu großen und viel zu schweren Rucksäcke mit Käsestullen und harten Eiern für eine Kompanie in die Fluten, sondern Thermoplastbehälter mit einer Tonne Sand oder Kies.

Ich weiß nicht wer von Euch Hornochsen als erster Dreck in den Ohren hatte und Bigpack gesagt hat. Aber mittlerweile ist es wie Denguefieber, und man hört kaum noch was anderes. Ist Denguefieber eigentlich heilbar ? Falls nicht, dann gäbe das zumindest ein wenig Hoffnung…

Hinweis: Dass es bei der allwissenden Müllhalde fünf Bilder unter dem falschen Begriff gibt, sollte Euch nicht davon abhalten das, oder bei Sprachschwäche notfalls das, mal flott anzuclicken. Um wenigstens eine grobe Ahnung zu haben, was Ihr da stündlich in den Nachrichten vorlest. Sowas schadet nie.


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Tag 17800

Ich packe meinen Koffer … raum und nehme diesmal mit: Alles – bis auf das natürlich, was ich wieder vergesse und vor Ort zum zweiten, dritten, achten Mal besorgen muss. Die Tasche von „Jaws“ wiegt trotzdem auch nach dem dritten Ausräumen, Ausmisten, und wieder Einräumen noch eine halbe Tonne – verdammte Netzteile. Die facility managerin hat das Bügelbrett durch den Boden geplättet und den Rest des Tages werde ich damit verbringen, die faltenfreien Kunstwerke in den Koffer zu stopfen ganz vorsichtig zusammenzulegen und zu verpacken.

An sich habe ich seit Wochen so überhaupt keine Lust auf diese Dienstreise. Telefonate, halbe Regenwälder an Papier, und alles nur für Status SUSFU. Aber ich brauche dringend Auslauf. Will andere Menschen sehen. Mit denen ich diskutieren kann. Von denen ich etwas lernen kann.

Gerade weil ich sie nicht besonders mag. Denn das ist der riesige Vorteil in der richtigen Welt: Wegrennen ist keine Option. Jedem wäre es peinlich das bockige Kind zu geben das seinen Willen nicht bekommen hat. Männer haben nicht die Option „Ich sage wie es gemacht wird, Punkt !„, Frauen haben nicht die Option „Sie sind anderer Meinung als ich ? Ich mag Sie nicht !„. Sondern man muss auch anschließend noch miteinander klar kommen. Und alle wissen das, weil sie erwachsen genug sind.

Ich wünschte mir es gäbe viel mehr davon. Wieso zum Teufel muss ich so oft durch die halbe Republik kutschen um ein Bündel davon zu finden.

 

There are no shortcuts in life. Unless you right-click and possibly find one in the context menu.

 


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Tag 17995

Meist, wenn ich schon mal im Müslighetto vorbeischaue, stehe ich einige Zeit später ein wenig verloren rum mit meinem Stückle Bio-Käse und dem halben Bio-Brot.

Vielleicht ist das ja nur hier so, aber es ist schon seltsam. Da wickeln sie Dir Dein halbes Brot sorgfältig in Papier ein. Und dann schmiert die Tante von der Brotkinderstube mit nem Edding einen halben Roman drauf. Nicht etwa „1,90“ oder „2,17“ oder so, sondern „DWX020345.17“. Sicher ein geheimer Hinweis an die Kassentante in dem steht „Halt Dich ran Inge, der Typ hat das Bioprinzip der schneckenartigen Langsamkeit noch nicht völlig verinnerlicht – Peace“.

Die langsamste Kassiererin der Welt läßt einem ja so schon viel Zeit, das Auge schweifen zu lassen und Dinge zu sehen die man nie sehen wollte. Aber wenn sie den halben Roman vom Brot nochmal abtippen muss, dann kann das richtig dauern. Ich glaube das ist vielleicht der Grund warum sich Bio nicht durchsetzt: Mit einem normalem Kundenaufkommen wäre man dort heillos überfordert und ein kleiner Kompletteinkauf würde einen Tag dauern, von dem man 23 Stunden an der Kasse steht. Nur haben sie so lange gar nicht offen.

Also stand ich mir neben der Kasse wieder mal die Haxen in den Bauch, blendete die widerlichen Bio-Müsliriegel aus dem kleinen Quengelregalchen wie immer aus meiner optischen Erfassung aus, und machte im Kopf stattdessen den Kalender für 2027.

Bis das Wort „ginger“ sich seine Bahn durch die Ganglien gebahnt hatte. Dazu muss man wissen: „ginger“ erzeugt bei mir in etwa den gleichen Reflex wie „pasta“ – a) muss ich haben b) kleine Mengen gehen gar nicht c) erst wenn mir schlecht ist, ist gut.

Gut, das mit den Mengen klappt angesichts der lütten Dose jetzt noch nicht so optimal, aber dafür sind sie erstaunlich lecker:

 

http://www.rapunzel.de/

Pack den Tiger in die Büchse

 

Nun brauche ich nur noch ein Bastelprojekt, was ich in einem Jahr mit ca. 1.750 leeren Dosen machen werde … anyone ?

 


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Tag 17993

Natürlich bedauere ich die armen Schweine, denen grade der erste Stock vollläuft, während sie im Keller bereits eine Karpfenzucht, und im Erdgeschoss ein Aquarium haben. Wobei man natürlich schon fragen dürfen sollte, wieso man ausgerechnet da sein Haus hin stellt, wo es nur zwei Meter über dem Pegel des nahe gelegenen Baches oder Flusses liegt. Es sind nämlich nicht nur alte Sandsteinkästen aus dem 16ten Jahrhundert, die zum wiederholten Mal nasse Füsse bekommen – man sieht in den Bildern erstaunlich viele Neubauten.

Aber davon abgesehen: bin ich der Einzige, dem sich beim Begriff „Jahrhunderthochwasser“ die Nackenhaare aufstellen ? Sicher, ein Jahrhunderthochwasser zeichnet sich dadurch aus, dass es den Mittelwert der Hochwässer letzten 100 Jahr übersteigt. Das ist die mathematische Definition, Statistik halt, kann ich mich ausbildungsbedingt auch mit anfreuden.

In der Praxis wiederum so gar nicht. Im Gegenteil, es schmeckt arg nach dem typischen Alarmismus, alles sei super-, mega-, hyper-. Denn das letzte „Jahrhunderthochwasser“ hatten wir ja erst vor grob 10 Jahren. Und wenn über eine bestimmte Zeit jedes Jahr das Hochwasser einen Zentimeter höher als das vorherige wäre, dann hätte man irgendwann jedes Jahr ein „Jahrhunderthochwasser“. Der Mathematiker nickt und sagt „naja, stimmt doch nach der Definition“. Aber in meinen Augen ist es trotzdem eher verwirrend als hilfreich.

 

Und jetzt schnappe ich mir mein Paddelboot und schaue nach, ob die Twittermeldungsvorlesergilde der Newssender, die heute die Arschkarte haben und bis zu den Knien irgendwo im matschigen Wasser rumstehen um zu berichten, vielleicht nahe genug am Ufer steht um ihnen einen ganz dezenten Schubs zu geben, damit sie hoffentlich bis ins schwarze Meer spült werden.

 


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Tag 17992

Es ist natürlich ein wenig undankbar, wenn eine Woche nach dem CL-Finale, und 24 Stunden nach dem DFB-Pokalfinale, in den Staaten eine drittklassige Truppe von Jogi-Bären gegen drittklassige Amis antreten muss. Womit man aber so gar nicht rechnen konnte war der fulminante Unterhaltungswert der ersten Halbzeit.

Als ich noch mit einem halben Auge hinsah dachte ich kurz, es wäre vielleicht Frauenfussball – zwar prinzipiell ähnlich wie das was man kennt, aber dann doch irgendwie ganz anders. Dann aber sah ich, dass sie alle zu wenig … naja … Dinger im Hemd haben.

Dann dachte ich kurz, die Schwarz-Weissen wären bestimmt Jogis Kinderriegel, weil sie nicht ganz so D-Jugend-mässig wie die anderen zu acht um den Ball rumstehen.

Kurz drauf stand es aber 1 zu 0, und ich musste lernen, dass wohl doch der grüne Hühnerhaufen unsere Buben sein müssen.

Ganz sicher war ich mir dann aber bei der Slapstickeinlage des deutschen Keepers. Ich weiß nicht genau wie er heisst, und ich weiß auch nicht, welche Sportart er sonst betreibt – vielleicht ist es Angeln oder Seiltanzen – Fussball kann es nicht sein, das fällt schwer zu glauben. Sicher, die Personaldecke ist natürlich eng, da muss man Verständnis haben, aber selbst die Torwartlegende vom 1.FC Süderbrarup wäre da noch eine bessere Wahl gewesen.

Und nahm ich bisher an, die drei hier wären kaum zu toppen:

… musste ich lernen, dass das noch besser geht.

 

Die zweite Halbzeit verbringe ich lieber in der Badewanne, und glaube ganz fest an die „höggschde Gonsendradioon“. Aber mir tut der Bauch vom Lachen weh, ich kann nicht mehr hingucken.

 

 

 

 


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Tag 17789

So, die Reservierung ist bestätigt. Nexte Woche sind die ersten Termine, und die Bemusterung von Fliesen und dem restlichen Röhrig-Klumpatsch steht an. Und dann beginnt das Geschachere um die Termine, Ende 2014 klingt irgendwie deutlich besser als Mitte 2015.

Und weil ich mich auch beim 827ten mal vor Lachen wegschmeissen könnte:


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Tag 17786

Hallo Dortmund, hier spricht München. Hoffentlich habt Ihr Euch gestern Nacht ordentlich zulaufen lassen, Ihr habt es Euch wirklich verdient.

Sicher, den hässlichen Pott musstet Ihr dortlassen, ja mei. Aber Ihr habt was ganz anderes geschafft:
– Ich habe das Spiel nicht als Stummfilm gesehen, wie sonst. Ich wünschte ich hätte es, denn der Kommentator war unterirdisch. Im kasachischen Fernsehen, wo ich ihn nicht hätte verstehen müssen, lief es aber nicht.
– Ich habe nach fünf Minuten nicht mehr parallel gesurft oder in meinen Schreibtischschubladen gewühlt.
– Sondern ich habe hingeguckt. Finals sind ja üblicherweise eher fade Veranstaltungen, weil bloss keiner ein Tor kriegen will. Ihr habt dafür gesorgt dass das nicht so sein muss, sondern richtig gut Alarm gemacht.
– Ich hatte nach einer halben Stunde das dringende Bedürfnis die Windel zu wechseln, weil Ihr es wie keine andere europäische Spitzenmannschaft dieses Jahr geschafft hattet, die Münchner vor grösste Probleme zu stellen. Und bis dahin hattet Ihr schon für eine ganze Reihe übelster flashbacks an vergangene Finalspiele gesorgt. Und sowas geht echt auf die Verdauung.
– Als Ihr auch noch den Ausgleich gemacht habt – Minuten nachdem ich endlich davon überzeugt war es ginge nun den Gang wie gedacht- da habe ich nur noch durch die Flasche geatmet. Die aber seit 10 Minuten schon leer war und es bis zum Schlusspfiff auch blieb, weil sich so gar keine Gelegenheit ergab in die Küche zu gehen. Deswegen will ich nun doch eine offene Küche haben – um vom Kühlschrank aus das Bild zu sehen.
– Und als ich mich dann angesichts der drohenden Verlängerung doch aufraffte um wenigstens nach den Herzpillen zu suchen und ins Bad zu gehen bevor es ein furchtbares Unglück am Schreibtisch gibt, da wart Ihr einsichtig genug Euch einmal austanzen zu lassen und das Ding doch noch in der Zeit zu beenden.

Hey, selbst Barca hat einmal drei und einmal vier bekommen – Ihr nur zwei, und selbst die nur mit allergrösster Mühe und einem Haufen Dusel. Da könnt Ihr stolz drauf sein. Danke für ein Riesenspiel mit mehr Spannnung als ich gebraucht hätte.

Und einem neuen Rekord im Pinkeln-müssen-aber-nicht-gehen-können. Gibt es eigentlich schon Baupläne mit offenen Bädern ? Oder muss ich sowas Naheliegendes wieder selber erfinden ?


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Tag 17771

Beton ? Ich ? Für mich ? Never. Das zumindest war meine Einstellung, solange ich den nicht selbstgenutzten Beton noch bezahlen musste.

Und nu ? Ist das rum. Und der capt’n stolpert durch Rohbauten, lacht Besitzer aus die ihre Hundehütten an der Autobahn als „hochwertig und in ruhiger Lage“ anpreisen, und macht sich damit vertraut, sich nochmal zu 15 Jahren verknacken zu lassen. Aber diesmal für sich selber.

Tja. So kann’s gehen.

Da sage noch einer, nur Frauen seien ‚emotionsflexibel‘  😉