a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Fernreisefeeling

Ich kann mich noch gut erinnern. Jamaica, nachmittags, kurz vor fünf, gab’s jeden Tag einen Kittelwascher, in meinem speziellen Fall garniert mit den Ausläufern des Hurrikan ‚George‘. Schleusen auf, abhusten, und sich anschließend wie im Dampfkochtopf fühlen. Oder Sri Lanka. Nachtspaziergang am Strand ? Besser nicht, weil da immer die zehn Minuten tropischen Sturms mitten in der Nacht waren, die mehr oder weniger aus dem Nichts kamen und Du Gefahr liefst, dass es Dir eine Sonnenliege ins Kreuz schleudert.

Aber dafür muss ich gar nicht mehr wegfahren, das kriege ich hier inzwischen viel besser. Seit genau einer Stunde ist es taghell, weil die Blitze ineinander übergehen. Es schüttet aus Eimern. Die Birke vorm Haus sieht fast aus wie eine sich im Sturm beugende Palme, so gerade Äste hat die noch nie gehabt. Sogar den in südlichen Gefilden üblichen Platikmüll habe ich. Denn während meine beiden vollen gelben Säcke auf einer Safari durch Frankens Vorgärten sind, hat sich das weisse Gartenzelt des Nachbarn um die Laterne vor meinem Haus gekuschelt.

Und das ganze bei immer noch 27 Grad um 23 Uhr. Das ist tropisch.

Mir fehlen nur das Meer, und die nackte Cocktailkellnerin. Sand habe ich hingegen genug. Ich wollte bei der Hitze nicht streichen. Daher bin ich auf die grandiose Idee gekommen, meinen Zimmerbrunnen von anno dazumal zu reaktivieren, und habe zu diesem Zweck neben einer neuen kleinen Pumpe 50kg Carrara-Kiesel ins Raumdock geschleppt, um die Schale neu zu füllen. Das war rückwirkend nicht komplett durchdacht was ich feststellte, als ich mit dem zweiten Sack auf den Schultern auf der Treppe rosa Kreise vor den Augen hatte.

 

 


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185 to go

Weisses Leder war doch die richtige Entscheidung. Was hatte der capt’n gezweifelt und gewütet ob seiner Wahl. Man sollte keine dreckigen Wasserkästen drauf stellen. Man sollte nicht den Baumarkt leerkaufen und den ganzen Mist auf die Rückbank pfeffern. Man sollte keine schokoladenverkrusteten Terroristen chauffieren, man sollte nicht …

Was er hingegen vollkommen vergessen hatte, war der Popcorn-Effekt ™. Sie wissen nicht, was der Popcorn-Effekt ist ?

Nun, stellen Sie sich vor, Sie fahren in die Innenstadt zum – sehr späten – Frühstücken. Natürlich fahren Sie standesgemäss direkt auf den Marktplatz und stellen sich mitten unter die anderen bereits dort parkenden offenen Raumschiffe ins todesstrafenbewehrte Halteverbot. Dann frühstücken Sie gemütlich zwei Stunden bei leicht über 30 Grad und einem UV-Index von ungefähr 10.000. Es ist der erste Tag des Jahres, wo Ihr Frühstücksei nicht deswegen zügig gegessen werden muss damit es nicht kalt wird, sondern damit es nicht zum hartgekochten Ei wird.

Als sich abzeichnet, dass die Hausfrauenrallye in der Fussgängerzone abebbt und man sich mehrheitlich zu pünktlichem Schweinebraten, sowie anschließendem Rasenmähen und Geranienvergraben in Richtung der Reihenhäuser aufmacht stellen Sie erstaunt fest, dass nicht nur Sie genau jetzt weiterfahren wollen zum Einkaufen, sondern auch die anderen Besatzungen die gleiche Idee haben. Somit findet ein mehr oder weniger gemeinsames Zahlen der Cabro-Fraktion statt und man schlendert bewusst locker in Richtung der Raumschiffe.

Dies ist der exakte Zeitpunkt, wo der Popcorn-Effekt eintritt, eine physikalische Eigenschaft von Autofahrern, die am besten mit dem Stabhochsprung vergleichbar ist.

Denn während der capt’n einstieg und sich über den handwarmen, hinternschmeichelnden Sitz freute und der Boxterpilot lauthals fluchte, sprangen der MX5-Fahrer und die Frau im Sommerkleid im ihrem offenen Saab von ihren schwarzen Herdplatten rund drei Meter in die Höhe. Sie gewann im Photofinish dank ihres geringeren Körpergewichts. Die zwischenzeitliche Befürchtung sie würde in eine Umlaufbahn eintreten erwies sich jedoch als verführt. Sie fährt nun auf des capt’ns Handtuch zum Einkaufen dass er – ganz und komplett Gentleman wie immer – aus dem Kofferaum zog und ihr anbot.


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186 to go

‚Never dip Your pen in company ink‘ (auf deutsch: ‚Vögle keine andere Kostenstelle‘). Zugegeben, ich habe mich nie wirklich an das Sprichwort gehalten. Und jaja, ich höre das Gekichere von mehreren Seiten, dass ausgerechnet ich mit ausgerechnet diesem Spruch komme.

Aber, ich bitte um Verständnis, selbst als moralisch völlig bankrotter Nerd muss man jemanden haben, auf den man kopfschüttelnd herunter blicken kann. Und da ist die Auswahl ja nicht groß.

‚Company ink‘ ist per se nicht schlecht, nein, man sollte alles mal ausprobiert haben und sich nicht von antiken Vorstellungen einschränken lassen.

Aber nur unter Bedingungen:

  • Alle sind erwachsen
  • Das Tintenfass ist nicht verheiratet mit Kombi, Reihenhaus und Kind
  • Und schon gleich dreimal nicht mit einer anderen Kostenstelle im gleichen Saftladen verheiratet

Das ist ungefähr so, als ob Du Dir ein Fadenkreuz auf die Stirn malst, Dich in ein winziges Goldfischglas setzt, und dem Ehemann eine geladene Elefantenbüchse in die Hände drückst: Selbst der lausigste Schütze wird Dich früher oder später erwischen. Macht man einfach nicht, und zwar weil das Desaster vermeidbar ist.

Grosser Kürbis, was bin ich froh längst aus dem Saftladen raus zu sein – grosses thumbs up für Dich und Deinen Plan, auch wenn ich ihn oft nicht wirklich verstehe. Aber trotzdem bin ich einigermassen fassungslos, wie dumm man in meinem Alter noch sein kann. Und ich muss Dich fragen: Was bitte ist bei der Verteilung von Hormonen und Hirn nur schief gelaufen ?

 

 


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Glückwunsch an die Italiener

Nicht nur für das Spiel, sie haben verdient gewonnen.

Aber auch dafür, dass der Autokorso aus fünf Fahrzeugen, der sich vom 90 Meter entfernten Italiener in die Innenstadt aufgemacht hat, genau vor meinem Haus einen kapitalen Auffahrunfall gebaut hat. Und ich nun mit Fahnen behängte Fans sehen kann, die sich lautstark darüber streiten, wer der beschissenere Autofahrer ist.

 


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187 to go

Die deutschen Hörgeräteakustiker schalten ja mittlerweile Fernsehwerbung. Man solle zum Hörtest gehen … sagen sie. Wie sinnvoll das ist bleibt mal dahingestellt, beim abgedrehtem Ton ist der Spot jedenfalls reichlich sinnentleert.

Aber die Fahrt kann man sich ohnehin sparen, schon auf dem Weg zur Fahrschule oder dem Pflegeheim kann man nebenbei prima einen Hörtest machen.

Man muss dafür nur auf eine zweispurige Hauptverkehrsstrasse einbiegen wollen – und statt den 100 Meter langen Beschleunigungsstreifen zu verwenden direkt am Anfang zum Stehen kommen und dem Verkehr zuschauen. Während der capt’n hinter einem steht und Brehm’s Tierleben aus dem Gedächntis rezitiert.

Es ist erstaunlich was so ein Reiskocher für eine Beschleunigung hat, wenn der scheintote Fahrer mit protestierenden Herzklappen aufs Gas latscht!

 


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189 to go

Gefangen zwischen hightech und lowtech.

Streichen macht Spass. Vermutlich nur solange, wie man es freiwillig macht, es sich so einteilen kann wie man will. Du räumst eine Wand frei, gibst den Christo um den Teil des Zimmers zu verpacken, und ab geht der Pinsel.

Noch mehr Spass macht es, wenn Dir keiner in die Farbwahl reinquatscht. Dann kannst Du nämlich mangofarbene Türfüllungen fabrizieren … und sie gut finden.

Was noch geklärt werden muss sind die ständigen Anrufe. Mit headset zu malen war solange eine Option, bis das headset mangofarben war, und ein Farbtropfen zielgenau das Mikrofon getilt hat. Das eine Drahtlose war auch irgendwie schöner, solange es noch keine mangofarbenen Fingerdatscher hatte. Und die von dort aufs Ohr übertragene Farbe geht echt total schlecht weg. Ein Glück, dass ich nicht rosa genommen habe …

 

 


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Die nachträgliche SSD [maximum geek content]

Das Problem:

  • Ursprünglich hatte Dein PC eine Festplatte (oder zwei oder viele). Auf eine davon hattest Du Win 7 installiert. Wir nennen sie Wanderdüne.
  • Später dann hast Du eine SSD eingebaut um alles ein wenig flotter zu machen.
  • Auf der SSD hast Du ein neues Win 7 installiert, und die SSD zu C: umbenannt, weil Du es so gewohnt bist.

Alles ist gut. Alles ? Nun, zumindest solange, bis Dir die Wanderdüne abraucht, oder Du sie umpartitionieren und/oder formatieren willst.

Warum ist das so ?

  • Weil auf der Wanderdüne der Bootloader liegt
  • Der beim Hochfahren gelesen wird
  • In dem steht dass von der SSD gebootet werden soll
  • Und er das dann auch macht

Woran sieht man das ?

  • Weil in der Datenträgerverwaltung die Wanderdüne als System / Startpartition markiert ist.

Was tun, sprach Zeus ?

  1. Als erstes markiert man die SSD in der Datenträgerverwaltung als aktiv, sonst geht gar nix.
  2. bcdboot c:\windows /s c: schreibt die versteckte Datei bootmgr und das versteckte Verzeichnis boot auf die SSD.
  3. Kiste aus. Wanderdüne(n) abklemmen
  4. Kiste an.
    a) es klappt
    b) es klappt nicht
  5. im Falle ‚klappt nicht‘ eine Win 7 DVD nehmen
  6. von dieser booten
  7. Ländereinstellungen abnicken
  8. Auf dem nächsten Screen ‚Computerreparaturoptionen‘ wählen
  9. ‚Systemstartreparatur‘ wählen, das Win 7 versucht dann, das Windows auf der SSD zu finden und bootfähig zu machen
    a) klappt
    b) klappt nicht
  10. Beim nächsten Durchgang ‚Eingabeaufforderung‘ wählen
  11. bootrec /fixmbr
  12. bootrec /fixboot
  13. bootrec /rebuildmbr
  14. … bauen den Bootmanager wieder zusammen.

Kaltstart ohne Wanderdünen, schauen ob es jetzt klappt.

  • Kiste aus
  • Wanderdünen wieder dranstöpseln
  • Kiste an
  • Es wird booten

Aber: In der Datenträgerverwaltung steht die Wanderdüne immernoch als System / Startpartition !! Was ist denn da nun faul ?

Ganz einfach, wenn man kurz grübelt: Hier ist das BIOS gefragt. Bei mehr als einer Platte im System kann man in den advanced options einstellen, in welcher Reihenfolge die Platten abgegrast werden sollen um einen Bootloader zu finden.

  • booten
  • ENTF drücken (oder was immer Euer Bios-Hersteller als setting für die BIOS-Einstellungen vorgesehen hat, F2, F12, whatever)
  • advanced options
  • boot sequence
  • Hier gehört die SSD nach vorn, die Wanderdünen nach hinten.
  • booten
  • In der Datenträgerverwaltung ist nun alles so wie es sein soll, die SSD ist System / Startpartition, die Wanderdünen hundsnormale Partitionen, die man jetzt nach Belieben verwurschteln kann ohne das Windows einem in die Suppe spuckt.

Disclaimer: Du hast nicht nur Win 7, sondern Hinz, Kunz, ein altes XP, ein Rudel Pinguine und noch ein paar Exoten auf der Kiste installiert ? Tough luck, dude, but i really don’t care. Sowas gehört in VMs, nicht auf das Blech installiert. Das hier ist für Leute die ein einzelnes Basissystem auf dem Blech haben.

Und kaum sind wir zwei Seiten älter, kann ich die drei Wanderdünen (die wahrlich keine sind, aber im Vergleich zu einer SSD halt doch langsamer) zu einem großen volume mit einem einzigen Laufwerksbuchstaben zusammenfassen. Was ursprünglich das Ziel war, weil das Alphabet bald ausgereizt ist.

 


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190 to go

Warum ist eigentlich nicht dauernd Europameisterschaft ? Die EM bietet doch so viele Möglichkeiten, aus dem schönen Geschlecht eine informierte Auswahl zu treffen. Denn man kann so schön sehen, ob sie Verständnis für Deine Prioritäten hat und diese korrekt einschätzen kann.

1) Sie will mit Dir Kaffee trinken gehen am Tag des Viertelfinales. Du knirschst leise mit den Zähnen bis sie im Cafe fragt, wann denn Anstoß sei. -> Gut. Sie versteht Deine Zeitplanung.

2) Sie will mit Dir Entspannungssport treiben am Tag wo der Halbfinalgegner ermittelt wird. Und keiner von Euch merkt, dass der Anstoß längst rum ist, und das Elferschiessen verschlaft ihr. -> Sehr gut. Sie versteht Deine Prioritäten.

3) Sie will unbedingt am Tag des Halbfinals einen Inbetriebnahmetermin 800 km entfernt machen. -> Ausgeschieden. Dass ihr Land sich seit den Kartoffelkriegen nicht mehr für eine EM qualifiziert hat, ist keine Entschuldigung.


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191 to go

In Scott & Huutsch gibt es eine Szene, wo Turner die Bude streicht. Im Wesentlichen geht das ziemlich gesittet ab und die Sauerei hält sich in engen Grenzen. Der capt’n weiß nun, daß Hollywood schamlos lügt.

Als er vorgestern vor sich hin schaute fiel ihm auf, daß er an seinen Wohnzimmerwänden eine völlig neue Schattierung von weiß entwickelt hatte, nudelwassergrau ™ genannt. Nachdem wir wissen, daß ihm diese Farbe aber schon im Topf nicht gefällt beschloß er, das zu ändern.

Und so schleppte er gestern Eimer (scheiße, sind die schwer!), Rollen, Pinsel, Staffelei, Folien und was der Kunstmaler sonst so braucht aus dem Baumarkt ins Raumdock. Als er alles im zweiten Stock hatte war er müde, und die schlachtschiffgrauene Wände störten ihn deutlich weniger als zuvor.

Gestern stellte er dann fest, dass er viel zu viele und viel zu große Möbel hat. Die umherzuschieben kein echtes Vergnügen ist. Und wieder fühlten sich die Wände weißer an als zuvor.

Heute aber war es dann soweit und der capt’n rollerte einen halben Kübel Polarweiß in die unzähligen Ecken, Vorsprünge und Kanten. Sein Wohnzimmer sieht nun aus wie ein sehr sehr großer Dalmatiner. Und er, als ob er mitten in der Puderzuckerfabrik einen Niesanfall gehabt hätte. Aber der Unterschied zwischen gestrichenen Ecken und ungestrichenen Wänden schaut jetzt so scheiße aus, daß er gezwungen ist, das zügig fertig zu machen.

Für die Decken beauftragt er dann aber einen Söldner.