a life less ordinary ?

the egghead diaries

Tag 17855

9 Kommentare

Irgendwie hatte ich ja Hoffnung. Ich weiß auch nicht warum. Aber nachdem ich durch einen glücklichen Zufall erfahren hatte, dass nun auch endlich die Bayern Ferien haben, da dachte ich mir „Super, während die am Ballermann alle die letzten verbliebenen Hinrzellen abtöten, kann ich endlich in Ruhe einkaufen gehen !“.

Tja, was soll ich sagen: Es gibt Dinge die klappen nicht ganz so wie geplant. Dabei wollte ich doch nur ein paar der Küchenvorratsgläser ersetzen, die ich und die facility managerin haben runterfallen lassen, um anschließend einige viel kleinere und unpraktischere Gläser aufzukehren.

Wer weiss, ich hätte vielleicht vorher besser Ali besuchen sollen – den Gemüsehändler mit angeschlossenem Reisebüro. Denn vermutlich hat die TUI ein „IKEA – all inclusive, 2 Wochen Wohnzimmerabteilung, mit Schwiegereltern, Kinderwagen, Schwippschwager und dem verrückten Onkel, alles zusammen für 99 Euro!“ im Katalog. Oder es gibt ein „Bringen Sie uns alle Ihre Inbusschlüssel – für je 20 Stück erhalten Sie so viele Billy-Regale wie Sie tragen können !“ – Angebot von dem ich nichts wusste. Anders kann ich mir zumindest die bürgerkriegsähnlichen Zustände dort nicht erklären.

Schon beim Reingehen, als ich den kurzen, idiotischen Gedanken hatte, mir erstmal etwas zu trinken zu beschaffen, tobte eine wüste Schlacht rund um die Senf- und Ketchuppullen an der Plastikhotdogschmiede – und ich musste auf dem Absatz kehrt machen.

Während ich jedoch die Rolltreppe hochfuhr sah ich schon, dass es im Heim der wieherndem Köttbullar nicht wesentlich gesitteter zuging – und beschloss, dass so eine leichte Dehydrierung unter dem Strich gesünder sein würde, als sich durch dieses Gehege zu kämpfen.

Ich bog also oben angekommen sofort ab um wieder runter in die Plüsch- und Plunderabteilung zu gelangen, während die Einkaufskompanien vor mir im Unendlichen Labyrinth der Inbusschlüssel verschwanden.

Aber ich bin ja nur alle paar Jahre mal dort, und habe nicht umsonst Valiums im Handschuhfach um sie vorher zu nehmen. Drum ging das Wuhling in der Küchenglasabteilung weitgehend an mir vorbei. Und als irgendeine von der Hitze des Gefechts scheinbar völlig erschöpfte Tante begann, Serviettenpackungen in meine neben mir stehende große gelbe Tüte voller Küchengläser zu schaufeln, entlockte mir das nur ein vergleichweise zahmes „Lindgrün ? Wirklich ? Schatz, Du weißt ich hasse lindgrün !“.

Etwas später an der Kassenschlange der Verdammten angelangt erinnerte ich mich dann dunkel daran, dass die dort doch SB-Kassen haben oder hatten. Scannen, zahlen, gehen. Haben sie noch immer. Und noch immer traut sich scheinbar kaum einer sie zu benutzen, weil dahinter immer eine Mitarbeiterin mit Argusausge darüber wacht, dass man auch alles richtig macht. Und mir wurde klar, ich würde zumindest noch etwas Spaß für mein Geld bekommen.

Denn, scannererfahren wie ich nunmal bin, drehte ich nicht vier gleiche Küchengläser nacheinander auf den Kopf, um jedes einzeln zu scannen, sondern scannte das erste viermal. Schon fühlte ich den heissen Atem der heissen Schwedin in meinem Nacken. Als ich die nächstkleineren drei wieder auf einmal scannte, da spürte ich förmlich die Spannung in der Luft knistern. Doch sie blieb wider Erwarten ruhig. Als ich aber begann, das erste der acht kleinen Gläschen wieder und wieder zu scannen, da brach es aus ihr heraus:

„Sie müssen die einzeln scannen !“

Und ich drehte mich langsam zu ihr um und fragte: „Weil …. ?“

„Weil … Sie sich sonst vertun könnten !“

Ich nickte, drehte mich wieder zurück und scannte das Gläschen in meiner Hand weitere drei mal. Und während ich meine Karte in den Schlitz schob und derweil den ganzen Kram einpackte drehte ich mich zu ihr zurück und meinte: „Na, um wieviel wollen wir wetten ?“. Ich habe nicht genau verstanden was sie vor sich hin gemurmelt hat, es war bestimmt ein alter schwedisch-fränkischer Fluch, und mir werden jetzt Hörner wachsen, oder ein viertes Ohr. Aber sie ließ mich unbehelligt ziehen, um sich auf den nächsten mutigen Scannerartisten vorzubereiten, der in zehn Minuten bestimmt kommen würde.

9 Kommentare zu “Tag 17855

  1. IKEA Fürth. Ich habe es sofort erkannt! Hah!

    Bin ich froh, dass die Ex mich da nicht mehr hinschleppt. Kleiner Tipp: Gegenüber ist der Selgros im alten IKEA-Haus. Billiger als die Metro und bei diesem Wetter bestechend durch die Getränkeautomaten NACH der Kassenzone.

    Allerdings haben die keine Selbstscanner. Dafür nur wenige Kunden.

    Hmmm… Meine Schwester wird bald 40 und ich habe ihr versprochen, je 20 Teile von meinem Besteck zu überlassen. Vielleicht hole ich die beim Schweden neu und scanne die ein….. 😉

    • Wieso wusste ich, dass Du das erkennst 😉

      Den Selgros gegenüber kenne ich natürlich … war aber ungefähr genau so oft drin wie in der alten und der „neuen“ Metro.

      Denn immer wenn ich Wandertag haben will fahre ich in die Berge 😉

  2. Ein viertes Ohr? Interessant. Bei welcher Gelegenheit wuchs denn das dritte? Und wo 😉 ?

    Samstag Ikea oder Baumarkt oder Innenstadt ist nie eine gute Idee. Alte Indianerinnen-Weisheit!

    Viele Grüße
    Ursula

    • Das erste dritte Ohr hatte ich seit meiner Geburt. Weswegen ich das einzige Kind war, das ganzjährig einen Weihnachtsmannvollbart trug. Um es zu verstecken. Denn andere Kinder können grausam sein.

      Das habe ich mir wegoperieren lassen als der Häkelclub in der Uni neben mir saß und der Lärm zu groß wurde.

      Aber vor einigen Jahren fand meine Ex dann ein neues drittes Ohr an einer Stelle, wo ich es nicht gesucht oder vermisst hätte. Und da dachte ich mir „ok, lieber dort als links am Kopf“.

      Wo das vierte wachsen wird – ich lasse mich einfach überraschen 😉

  3. Mit deiner Inbus-Schlüssel-Tauschaktion liegst du übrigens völlig richtig.. es gibt für einen Inbus-Schlüssel im Tausch einen 10-Euro-Gutschein.
    Hilft eben doch, sich im Ikea-Newsletter zu informieren.. an diesem Samstag hätten mich sicher keine 10 Pferde auch nur in Ikea-Nähe gebracht.

    • WAAAS ?

      Wenn ich das gewusst hätte dann hätte ich die Jungs aus der Männergruppe angerufen – die könnten eine Weltreise damit machen UND sich jeder eine neue Frau zusammenschrauben (alles außer lindgrün) UND hätten immer noch Gutscheine über 😉

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