a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17832

„20 Prozent auf Alles. Ausser Tiernahrung.“ Was bleiben wird, ist dieser Slogan. Für den wird sich irgendein Werbefuzzi seit Jahren ein zweites Loch in den Hintern freuen. Denn er wurde zum geflügelten Wort. Und er kann stolz drauf sein – aus seiner Sicht eine hervorragende Arbeit.

Nur, so eingängig er auch ist, so bescheuert muss gleichzeitig ein Vorstand sein, der ausgerechnet im Geschäft mit Privatkunden so operiert, die ihre Geldbörse ohnehin nur mit der Kneifzange aufmachen. 

Zumal wenn er zu klein ist um den Markt dominieren zu können.

Wenn ich geschätzt alle sechs Wochen mit dieser Masche komme – was läßt das für einen Schluß zu was ich von meinen Kunden halte ? Es bleiben an sich nur zwei Varianten: Ich halte sie entweder für faul, oder ich halte sie für dämlich. Denn andere werden zwischen zwei solchen Aktionen den Laden kaum betreten. Es sei denn sie haben ein dringendes, unzähmbares Bedürfnis nach einem Rasenmäher oder einer Packung Sechskantmuttern, die jetzt und sofort beschafft werden müssen.

Und es ist ja noch nie so gewesen, dass man ein besonderes Einkaufserlebnis in diesem Laden hatte, wo nicht mal das Personal wusste was genau wo steht – also um zu schauen was es so gibt ging da auch niemand hin. Und selbst wenn dann nur, wenn man den Weg zum nächsten anderen Baumarkt schon im Kopf hatte – weil man dort nahezu nie das fand was man wollte oder brauchte.

Und es ist ja auch nicht so, dass an jeder Ecke ein Praktiker wäre, und man es näher dort hin als zu jedem beliebigen anderen Bibertrödler oder Schraubendealer oder Projektwochenschlosser oder Gartenwochenfritzen gehabt hätte.

Wie dämlich muss man als Vorstand also sein, um so einen coup überhaupt abzuziehen ? Und wie blind, um nicht spätestens nach einem Jahr die Reissleine zu ziehen ?

Dass es nicht funktioniert hat man doch vor Jahren schon gesehen. Nicht umsonst hat man die Führungsebene gefühlte vier mal ausgetauscht. Nur die Nachfolger waren genau so dämlich, und sind fröhlich auf dieser Welle weiter geritten.

Ich hatte mal Aktien von Praktiker. Als sie noch bei rund 12 Euro standen. Viele Jahre her. Und habe sie rausgeschmissen als sie sich nicht sauber bewegen wollten sondern rumeierten. Das muss gewesen sein als das erste Sanierungskonzept in die Hose ging. Und aus dem Gefühl heraus, dass Praktiker im Vergleich mit der Konkurrenz schäbig war, zu klein war, zu dunkel war, zu unaufgeräumt war, zu ahnungslos, zu am Markt vorbei. Das war die Zeit wo die orangenen Bibertrödler ihre Läden zu Blumenpalästen umbauten, und beim Hornbach neben der riesigen Zierfischabteilung eigentlich nur noch ein Stehimbiss und ein Teppanyakigrill gefehlt hätten um während des Dübelkaufens auch noch gesund satt zu werden.

Ihr hingegen wart der Schlecker unter den Baumärkten. Nie wirklich so günstig um den billigen look rechtfertigen zu können, in teilweise idiotischen Geschäftslagen, mit Personal das vermutlich zu wenig verdiente um sich für die paar Mücken halbwegs reinzuhängen. Ihr fehlt wirklich niemandem – und Eure Mitarbeiter die dafür am wenigsten können sind woanders sicher auch besser aufgehoben.