a life less ordinary ?

the egghead diaries

Coaching auf der Ameisenfarm

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  • Zuhören (ohne sich ein Urteil zu bilden oder Lösungen vorzuschlagen, und das geht gegen die innere Einstellung eines jeden ‚Fachidioten‘)
  • Behutsam die Sprache korrigieren (Sprache zeigt nicht nur eine Grundhaltung, sondern sie bestimmt sie auch)
  • Mitarbeiter motivieren (kostet Zeit weil es rund ein Dutzend Typen gibt, vom ‚Hektiker‘ zum ‚Bewahrer‘ wie in jeder Organisation), und jeden einzelnen mitnehmen, auf seine Weise (die zu finden ist anstrengend und braucht manchmal mehrere Versuche)
  • „Kleinigkeiten“ mit Wucht anschieben und immer wieder nachfragen (ein Hoch auf meinen Klodeckel, im Hirn behalten könnte ich den Scheiss garantiert nicht, das Hirn glüht eh schon jeden Abend tiefrot) (lieber durch überzeugen, notfalls aber auch mal gegen den Willen, denn nach sehr kurzer Zeit bekommst Du dann Rückmeldungen wie ‚ja war gut‘, ‚Mann, vier Versuche und endlich ist mal einer drangeblieben‘, und die Mannschaft wird zusehends entspannter)
  • Nicht sagen „machen wir so und so“ sondern solange behutsam Vorschläge machen bis man selber auf die Deiner Meinung nach ‚richtige‘ oder ‚offensichtliche‘ Idee kommt (das ist besonders anstrengend für ‚Macher‘ und im Coaching auch schwer für Hektiker und Ungeduldige)
  • Informelle Strukturen finden und mit Macht aufbrechen (das macht mir am meisten Spaß ich gebe es offen zu: wenn Du in die Gesichter guckst, dabei lachst und sagst ‚Ach, das ist kein Problem sondern eine Herausforderung ? Wieso ? Weil es dann besser klingt oder weil man es dann besser ignorieren kann ? Nein, es ist ein Problem und wir alle wissen das, also nennen wir es auch so wenn wir hier sind‘ ) … inbesondere altgediente Konzernamöben im mittleren Management werden dann ganz unruhig und verfärben sich gerne mal ins Lindgrüne weil ihnen das seit Jahrzehnten abtrainiert wurde
  • Für jeden Erfolg der Dir zugeschrieben wird: Finde den der letztlich auf welchem Weg und Durch welches Anstubsen auf diese Lösung gekommen ist, und allen zu sagen : ’nee das war nicht ich, das wart Ihr selber, dafür hättet Ihr meine Hilfe nicht gebraucht, oder ? Redet einfach miteinander !‘ – mit Ausnahme desjenigen der deine astronomischen Rechnungen bezahlt, natürlich

Klingt nach nem lockeren Job ? Hmm. Du mußt plötzlich auf Deine Ausstrahlung achten, auf Deine Worte (wenn Du was sagst oder Leute offensichtlich drauf warten das Du es tust denn Du bist ja die graue Eminenz), ja sogar auf Deine Körperhaltung. Ängste nehmen. Du wirst dabei ganz von alleine langsamer, weil Du ständig sehr vieles bedenken musst, und darfst trotzdem nicht den Anschein der Ungeduld wecken, egal wie lange es dauert und wie wenig Du denkst ‚heute geschafft‘ zu haben.

Und es ist dabei scheißegal ob das Schäufele vom Abend davor Dir noch quer im Magen liegt, oder ob das elfte oder zwölfte Weissbier wohl irgendwie schlecht gewesen sein muss.

Unabhängig davon ist das Mitnehmen, Ansprechen, und Motivieren der Leute das was mir am meisten Erfüllung bringt: Nach wenigen Wochen beobachtest Du Erfolge wo andere Leute nie welche erwartet hätten, und grinst (natürlich nur in Dich rein) . Vergleichbar damit einem Gänseblümchen beim Wachsen zuzuschauen. Nur leider kostet es auch beinahe die meiste Zeit wenn Du es ‚richtig‘ machen willst.

Alles in Allem ist es ein Job den Du meiner Meinung nach erst dann machen kannst wenn Du

a) alt genug bist um genug ‚Lebenserfahrung‘ zu haben (aus Büchern lernst Du allenfalls Methoden, sonst leider nicht viel)

b) alt genug bist um genug Rückgrat gegenüber jeder ‚Autorität‘ zu haben (vielleicht könnte es auch reichen jung und einfach rotzfrech zu sein – aber es ist dann weit schwieriger weil man Dich notfalls mit drei Sätzen nackig macht, und das ist tödlich)

c) du die Leute mit eigener Praxiserfahrung einfangen kannst (es ist so unendlich viel leichter zu überzeugen wenn sie sehen Du hast Ahnung von ihrem Fach – viel leichter als abstrahieren und ‚allgemein rumschwafeln‘ zu müssen)

d) es Dir wurscht ist ob und wann man es leid ist Dich Quälgeist auch noch dafür zu bezahlen (solange Du überzeugt bist bis dahin Dein Bestes getan zu haben war es gut im Sinne des Kunden, siehe a) )

Und das macht ihn anstrengend.

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