a life less ordinary ?

the egghead diaries

Ein Tag in der Beklopptenfarm

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Aufgewacht.

(wo bin ich ? Und viel wichtiger: wer bin ich und was zum teufel mache ich hier ?)

Das bimmelnde Telefon hilft mir dabei mich zu erinnern – (ach ja, diese Scheisse steht heut an) – ich habe derart tief geschlafen nach dem Ritt gestern abend, dass nicht mal der hupende Mistvogel mich wecken konnte, und nu wohl heiser ist von der ganzen Kräherei seit 5:47 Uhr.

Wilde Telefoniererei in mehreren Sprachen von denen die anderen keine wirklich sprechen, Mail-Schlachten. Huston wir haben ein Problem. Und unser Problem heisst Kommunikation. Wenn ich Käseroller meine Fabrik in vier Stunden Autobahn automatisieren lassen will, weil Käseroller günstiger sind, dann sollte ich als Betreiber zumindest drauf achten dass entweder a) ich Käserollerisch spreche b) die Käseroller irgendeine andere romanische Sprache nicht nur radebrechen sondern sich in ihr verständigen können. Aber solche Kleinigkeiten versteht ein Vorstand wohl nur wenn ich auf seinem Schoß sitze und mit den Fäusten seinen Schädel solange malträtiere bis er es begreift. Mein Fehler, hab ich seinerzeit versäumt zu tun. Nächstes Mal schlage ich gleich 50 Prozent auf die Kalkulation drauf.

Es geht auf den Mittag zu, wüstes Rumgerate was es alles sein könnte mit fünf Journalisten aus drei Ländern (das erinnert mich jedes mal an den internationalen Frühshoppen in der ARD damals).

Dazwischen eine Telko mit der Ameisenfarm. Außer den Ameisen ist aber keiner da, insbesondere der Auftragnehmer glänzt durch völlige Abwesenheit – so dass der ganze Firlefanz um den ganzen Mist jedes Mal wieder zu initiieren völlig für die Katz war. Immerhin würde der deutsch sprechen …. wenn er da wäre … was dann die Sprachbarriere auf fränkisch-friesisch reduziert – dafür gibts aber ein Wörterbuch.

Parallel ruft eine Stunde Autobahn an ‚wir hätten da gern mal ein Problem‘. (Ach Du Schei… Ihr fehlt mir heute wie ein Loch im Kopf) Leider sind die Problembeschreibungen (die selbstredend von zwei Seiten parallel per mail eintrudeln) überhaupt nicht zur Deckung zu bringen. Um meine in Falten gelegte Stirn wieder halbwegs glatt zu ziehen bitte ich in einer mail sich mal zu einigen was denn das Problem nun wirklich ist und die wilde Vermuterei zu lassen woran es liegen könnte.

Natürlich schreit die Steuertante derweil nach Belegen für zwei Monate. Ich werfe die nächste Valium ein weil ich ja weiß wie viele Tankzettel und Werkstattrechnungen und sonstigen Scheiß ich habe seit ich jede Woche zur Ameisenfarm fahren darf. Gegen eins habe ich einen Tennisarm vom Lochen der Berge an Belegen. Wie gut sie sortiert sind – naja, ich wage mal zu sagen ich habe mein Bestes versucht.

Parallel ruft Mama an. Freilich, Freitag Mittag auf der Bekloppetenfarm, was könnte ich wohl Besseres zu tun haben ? Argh. Sie werden halt nicht jünger …

Natürlich liegt es in eine Stunde Autobahn an etwas ganz anderem, war mir instinktiv klar ohne es zu sehen. Aber Lagerbestände anzuzeigen wird eben zunehmend schwieriger wenn dir die Krabbelgruppe der Stammdaten-Azubis unter dem Arsch die Artikelstammdaten wegzieht und sie stattdessen löscht … hat ja auch nur zwei Stunden Recherche gekostet.

Gegen  kurz nach drei haben wir die technischen Probleme in vier Stunden Autobahn gelöst.

Könnten wir jetzt noch schnell … ? … weiter kommt der Käseroller nicht bevor mir der Kragen platzt. Hömma zu Du Träne. Wenn wir bis jetzt brauchen damit die verdammten Blechottos überhaupt miteinander reden, und sich überhaupt sehen, was glaubst Du wohl wie clever es ist einen Schnittstellentest um kurz vor vier zu beginnen, hmm ?

Aber aber aber, ich gehe Montag in Urlaub quäkt es aus dem Telefon.

Ja, das ist total schade, aber es ist ein PAL (PAL = Problem Anderer Leute). Ich bin erst nächstes Wochenende wieder auf der Beklopptenfarm, also vorher geht da nada, leb damit oder lass es. Und während ich auf der Ameisenfarm bin kann ich nicht auch noch mit der Beklopptenfarm spielen, comprende ?.

Himmel Arsch und Zwirn ich habe noch nicht mal gefrühstückt und bald beginnt es dunkel zu werden … die Steuersachen schaffe ich eh nicht mehr, und wenn ich nicht bald zu Chop Suey komme um wenigstens eine Ente 52 scharf, zum mitnehmen da raus zu ziehen, dann passiert hier sowieso gleich ein Unglück.

Ei freilisch, der ganze Kladderradatsch läuft grade halbwegs, da berichtet mir Win 10 freudestrahlend ‚hey, tolle Nachricht, ich habe da ein Funktionsupdate für Dich, aber es wird länger dauern als üblich. Soll ich jetzt oder später ?‘

Ich klicke den später – Button bis durch den Monitor durch. Du kannst mich mal, nächstes Jahr vielleicht murmele ich. Blöderweise habe ich das headset noch auf und die Hälfte der Käseroller sind noch in der Leitung, was zu kleinen Missverständnissen führt.

Alles in Allem war es also ein normaler Tag auf der Beklopptenfarm.

 

 

 

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