a life less ordinary ?

the egghead diaries

Altmetall .. das Schrott-Dilemma

4 Kommentare

Die betagte Saeco Grande Schrottochino hatte ihren Geist zwar nicht völlig aufgegeben … jedoch röchelte sie gar furchtbar. Also musste Ersatz her. Natürlich ergab es sich dass Uwe (der ‚das ist doch noch gut!‘ – Uwe heissen sollte) das Ding haben wollte …

Nun bin ich ja einerseits zwar ein grosser fan davon alte Sachen zügigst weg zu werfen … andererseits aber so gar kein fan davon unhandliches Zeug die Treppen rauf und runter zu schleppen.

Im März verabschiedete sich die Mikrowelle dann. Naja, eigentlich verabschiedete sie sich nicht völlig – denn sie drehte aufzuwärmendes Gut nach wie vor prima im Kreis herum … nur mit dem Erwärmen war irgendwie nichts mehr. Als ‚das ist doch noch gut!‘ – Uwe davon hörte gab ein Wort das andere.

Dumm nur, dass ich von Uwe seit Monaten weder was gehört noch was gesehen habe…

Nun habe ich ja seit Kurzem eine neue Staubwedel-Fee. Sie ist fantastisch. Nicht nur weil sie die Mutter der weltbesten Büglerin ist, nicht nur weil sie einfach von selber weiß was zu machen ist … nein, es liegt auch ein ganz klein wenig daran, dass unsere im Lauf der Jahrzehnte erlernten Sprachen so überhaupt gar keine Überschneidung haben, und wir uns daher ausgesprochen wenig zu sagen haben und uns stattdessen nur ausgesprochen freundlich anlächeln. Und natürlich hat es damit zu tun dass sie mir ab und an ungefragt ein Frühstück vom Bäcker mit bringt …

Wie alle Staubwedel-Feen hat sie jedoch trotz aller ihrer Vorzüge einen persönlichen Fetisch.

Eine ihrer Vorgängerinnen schaffte es zum Beispiel jahrelang nicht, Dinge nach dem Staubwischen wieder dorthin zu legen wo sie vorher waren – was dazu führte dass meine Küchenutensilien jede Woche auf einer Safari durch sämtliche Schränke waren.

Eine andere konnte sich partout nicht daran erinnern den vollen Wischeimer hinter sich abgestellt zu haben und flutete mehrfach meine Diele.

Meine aktuelle Fee hat keine dieser Macken. Dafür liebt sie sie den Staubsauger heiss und innig. Hierzu muss man wissen dass ich seit Kindesbeinen an eine ausgewachsene Staubsaugerphobie habe, die auch durch etliche Mackendoktoren unmöglich kurierbar wäre. Sie rührt aus der Schulzeit her, wo es ja ab und zu mal schulfreie Tage gab. Die Staubwedel-Fee meiner Eltern hatte jedoch ein Radar für diese wenigen Tage und musste zwanghaft um dunkelfinster samt des tragbaren Düsentriebwerks in meinem Zimmer aufschlagen und Bambule machen.

Diese erworbene Staubsaugerphobie führt heute zu drei möglichen Lösungen:

a) ich springe vom Balkon
b) ich ergreife die Flucht
c) ich werfe wahlweise den Staubsauger oder die Staubwedel-Fee vom Balkon

Nachdem a) schmerzhaft wäre und b) aktuell dank enorm hoher Auslastung unmöglich ist bliebe nur c). Nur wer macht dann hier sauber ? Ich sicher nicht. Es ist ein Dilemma.

Vergangene Woche jedoch herrschte nach einer zweistündigen Orgie mit dem beutellosen Monster unvermittelt himmlische Ruhe. Während ich noch dachte es sei womöglich für diesen Tag vollbracht und nun würden leisere Arbeiten wie das Entsiffen der verwüsteten Küche folgen, da hörte ich das hektische Klicken eines An-Aus-Trittschalters und wenige Sekunden später kam die Staubwedel-Fee mit zerknittertem Gesicht samt des beutellosen Monsters aus dem Schlafzimmer und war ein einziges universell verständliches Fragezeichen. Augenscheinlich war ihr Geliebter verreckt.

In mir stritten Gefühle zwischen dem Genuss himmlischer Ruhe und dem Wissen, dass sie ohne ihr beutelloses Monster nur ein halber Mensch wäre. Folglich schob ich seufzend den Einkaufswagen durch Amazon und suchte einen gutaussehenden neuen Geliebten für die Staubwedel-Fee aus, der auch ihr zusagte. Natürlich erneut beutellos.

Bei ihrem nächsten Eintreffen stand folglich ein enorm grosser Karton in der Diele in dem sich ihr neuer Geliebter befand. Natürlich kam er wie immer mit vollständigem Zubehör und sie weihte ihn voller Freude mehrere Stunden lang intensiv ein. Und ich hatte erneut keine Chance zwischen a), b) und c) zu wählen – tendierte jedoch stark zu a).

Als sie irgendwann fertig war wollte sie den Müll runter bringen … und grosszügig bot ich an den gigantischen Karton selber zu nehmen damit sie nicht mehrfach gehen muss.

Scheissidee. Einfach nicht machen. Denn als ich den Karton in den Armen hatte stolperte ich nunmehr blind als erstes in der Diele über den ausrangierten Geliebten, den sie zentral im Weg drapiert hatte. Ein sidestep nach rechts liess Karton und mich mit der kaputten Mikrowelle kollidieren die auf dem Tisch neben der Tür stand. Und als ich mich umsah stand daneben die Grande Schrottochino die seit Ewigkeiten auf ‚das ist doch noch gut!‘ – Uwe wartet. Womöglich ist sie inzwischen dort festgewachsen.

In jedem Fall habe ich einen Haufen voluminösen Schrott in der Diele rum stehen. Und überlege ernsthaft ob ich das nicht alles verpacke und unter Angabe eines falschen Absenders und einer Fantasieadresse von DHL abholen lassse. Denn ich hasse es den Mist die Treppen runter und ins Raumschiff zu tragen …nur um es bei der Müllumladestation erneut auszuladen.

 

 

 

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4 Kommentare zu “Altmetall .. das Schrott-Dilemma

  1. Altmetall holt bei uns, so als Kollateralschaden, der Sperrmüllabholer mit ab. Und ich meine auch, dass ich irgendwo in der näheren Umgebung am Altglascontainer einen Extracontainer für elektrische Haushaltsgeräte gesehen habe.

  2. Oh, das kommt mir aber bekannt vor. Und sonst freue ich mich über die Wiederaufnahme der schriftstellerischen Tätigkeit!

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