a life less ordinary ?

the egghead diaries

Dancing Queen

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Es fing ja schon seltsam an als ich eine Stunde gebraucht hatte, in der Provinzstadt mit der Panierfabrik und dem betrunkenen Stadtplaner ein Hotelzimmer zu bestellen. Das war früher nie ein Problem gewesen. Es wurde noch seltsamer als niemand mir beantworten konnte, welche Randgruppe denn zeitgleich unbedingt nach Heilbronn kommen wolle und ob das geplant oder doch mehr ein Versehen sei. Die Frage warum überhaupt irgendwer nach Heilbronn würde kommen wollen habe ich dann gar nicht mehr gestellt.

Wie erwartet schickte mich mein Navi gefühlt drei mal rund um die Stadt herum bis ich endlich ankam – Elektronik des 21. Jahrhunderts ist einfach nicht ausgereift genug, um mit der Idiotie des Leiters der dortigen Baubehörde auch nur annähernd mithalten zu können.

Irgendann war ich dann aber doch endlich da und wollte das Raumschiff abstellen. Von Beschriftungen an Einfahrten hält man dort aber nicht so viel – und so fuhr ich nacheinander erst in den Vorhof eines Wohnhauses, die Lieferzufahrt einer Pizzabude, und dann in einen Garagenhof, bevor ich die hundehüttengroße Einfahrt zum Parkhaus des Hotels entdeckte. In dem Parkhaus wurde mir schlagartig klar, wofür überhaupt Smarts und Matchboxautos erfunden wurden. Als ich das Raumschiff dann hochkant neben dem Aufzug eingeräumt hatte schlappte ich die Treppen hoch in die Empfangshalle.

Und da passierte es. Ich war durch ein Portal in die 70er gebeamt worden.

 

DancingQueen

Verstörend war, das war nicht etwa alles Original-Plunder den sie sich auf der Müllumladestation geweigert hatten anzunehmen, nein, das war alles nagelneu !! Das hatte jemand in voller Absicht erst kürzlich so eingerichtet !! Die Wände sind übrigens glitzernd bronzefarben gestrichen, das kommt auf dem Bild nicht ganz so raus, denn sobald ich den Blitz anmachte konnte man nix mehr erkennen … was rückwirkend betrachtet vielleicht irgendwie besser gewesen wäre. Ich hätte mich einfach beim Betreten selber wie in M.I.B. blitzdingsen sollen.

Warum ich da aber nie mehr übernachten werde hat einen ganz anderen Grund: Ich habe seit nunmehr 5 Tagen den peinlichsten Ohrwurm seit „Cherie, Cherie Lady“ !!!

Niemand kann sich vorstellen wie anstrengend und herausfordernd es ist, ständig „YOU ARE THE DANCING QUEEN – YOUNG AND SWEET ONLY SEVENTEEN“ vor sich hinzusummen, und die fragenden Blicke aller anderen normalen Menschen um sich herum auszuhalten !

 

 

 

 

 

 

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11 Kommentare zu “Dancing Queen

  1. Schöner Post – und dann noch eine Story aus Heilbronn.
    Wie man sieht, hat die Provinz einiges zu bieten.
    Die Stühle und die Lamper: Der Hammer!!!

    • Die Stadt ist einzigartig, sensationell, der pure Wahnsinn … hier der Tourguide: Es gibt dort eine wirklich gute Waschanlage (in der sich aber selbst die einheimischen Ureinwohner zu dämlich anstellen: „Bitte nicht bremsen“ muss dort etwas anderes bedeuten als im Rest der Welt) … und eine ganz passable Dönerbude in der city … die man aber nur erreicht wenn der städtische Veranstaltungswicht nicht seinen hellen Moment hat und einen „Tag des Firmenlaufs“ ansetzt … und dafür die Hälfte der eh schon verbauten Innenstadt absperrt. Alle halbwügsigen GTI-Fahrer veranstalten ab ein Uhr nachts mit ihren Möhrchen Rennen in der Innenstadt und die Schnittlauchtruppen spielen derweil Skat auf dem Revier.

      Ja, es ist wirklich ein Erlebnis. Das möcht ich wirklich gerne wieder haben … so alle 10-20 Jahre vielleicht 😉

  2. Dann fahr mal nach Schwäbisch Gmünd…
    Hotel Pelikan, Linsensuppe und Champagner, ich sag nur noch: Holla, die Waldfee!

  3. Ich hoffe ja, Sie haben dort nicht Ihr „Mojo“ verloren!

  4. Mojo oder Mayo wird keinem der Herren jemals ausgehen. Notfalls machen sie bei fehlender verbaler Mayo – salopp Mojo genannt – einfach mit echter Mayo und ohne Frauen weiter.

  5. Danke – werde ich an die entsprechenden Düsen – ähm Drüsen weitergeben.
    Zwei ganz wichtige sitzen rechts und links unterhalb der Ohren. Danke.

  6. Und der Club im Keller war eine Disco mit Go Go Girls und Lightshow?

  7. Nein, kein Club im Keller, nur Champagner und Linsensuppe.
    Muss auch mal so sein, und wie!!!!
    Das mit den Girls hatte ich dann in Krems an der Donau. Und wie!!!

  8. Dieses Foto muss unbedingt bei diesem Tumblr eingereicht werden, bitte:
    http://bodenbelaege.tumblr.com/

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