a life less ordinary ?

the egghead diaries

Italienische Winterschlafvorbereitungen

15 Kommentare

Ja, es wirkt ein wenig merkwürdig, ich weiß das – aber zu meiner Entschuldigung: Es war so nicht geplant.

 

Der neue (also vor mehr als 5 Monaten eröffnete, das ist neu wenn Du nur alle Schaltjahre aus dem Raumdock in die city kommst) Italiener wollte getestet werden.

„Wollen wir draussen sitzen ?“

„Mir ist alles recht, entscheide Du.“

„Na dann gehen wir rein, wenn die Sonne weg ist wird’s ja immer noch recht kalt. Außerdem wird drinnen eh Platz sein.“

… die Hütte war gestopft voll. All die Pizza-Junkies hatten wohl beschlossen, mal nicht ein Wagenrad aus der Tiefkühltruhe in den Ofen zu schleudern, sondern eine richtige Pizza zu essen.

 

Im schummerigen Licht studiertest Du die Karte – alles außer Pizza.

„Teilen wir uns die Vorspeisen?“

„Naja, bei dem Preis kann das kaum viel sein.“

„Hast Recht, nehmen wir vorsichtshalber jeder eine bevor wir uns gegenseitig mit den Gabeln in die Handrücken pieksen.“

… was als Vorspeise kam war jedoch eine Mahlzeit. Für einen Bergarbeiter. Der seit drei Tagen nix gegessen hat. Und zudem schrecklich lecker.

 

Während schon die ersten wegplatzenden Hemdknöpfe wie Schrapnelle durch die Kneipe schossen meintest Du frohgemut:

„Naja, wenn die Vorspeisen so üppig sind, sind oft die Hauptgänge recht übersichtlich.“

… dann kamen Deine sechs Scampi. Die eigentlich verkleidete Hummer waren. Und für das Bett auf dem sie lagen hatten sie wohl irgendeinen Gemüsetürken überfallen und komplett ausgeräumt. Und auch ihr Salat, der selbst für eine Karnickelzucht nicht zu groß gewesen wäre.

 

Eine halbe Stunde lang herrschte gefrässiges Schweigen. Später dann erschöpftes Schweigen. Und als sich der Servierwicht das nächste mal vor uns aufbaute und fröhlich fragte „Na, wolle habe eine kleine Dessert?“, da hast Du ihm fast auf die Schuhe gekotzt.

Notiz: Wenn Du da noch mal hin gehst, dann sei gefälligst kein Held, biete nicht vorher großmäulig an „klar, machen wir da einen Spaziergang hin“, sondern park den Kranwagen verdammt nochmal direkt vorm Eingang, Du Hornochse.

 

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15 Kommentare zu “Italienische Winterschlafvorbereitungen

  1. Ein netter Italiener, so wie es sich liest. Da bekommt man direkt Appetit! 🙂
    Wie lange hattest Du denn nix gegessen – daß Du von ein paar Vorspeisen plus Scampi so geschafft warst? Oder hast Du neun zehntel der Bestellung Deiner Begleitung auch noch verdrückt? 😉

    Für den Heimtransport: Gabelstapler. Der schafft dann außer den k.o.-gemampften Rollmopsen auch noch locker das doggy-bag weg, falls man sich mal hoch und runter durch die Speisekarte testen möchte… Gabelstaplerfahrer samt Gabelstapler und Europalette können bestimmt stundenweise gemietet werden. 🙂

    • Ich hatte extra nur Appetizer und Hauptgang bestellt. Dass das jeweils derart viel sein würde konnte ich ja nicht ahnen. Von dem Salat ist gefühlt die Hälfte zurück gegangen, die Begleitung war mit der Menge noch überforderter als ich mit meinen Schalentieren 😉

  2. Da war schon mal ein Grundfehler im System: Laufe nie mehr, als du unbedingt musst. Niemals nie nicht! Ich habe das verinnerlicht, seitdem klappt das.
    Und beim nächsten Besuch zeigst Du dem Italiener, was ein fränkischer Magen zu leisten bereit ist. Tschakka! 😉

  3. Gibt es auf der Speisekarte den Untertitel „Essen wie bei Mama“? Oder eher „Essen wie bei Nonna“? Letzteres würde die Portionsgröße erahnen lassen. Frei nach dem Motto: „bin pappsatt, Oma!“ – „Aber eine kleine Pannettone mitte klitzekleine Portione Sahne und eine paar Fruchte gehe immer noch reine. Vore die Literflasche Grappa…“

    (Es gab da mal hinter Coburg so eine Schnitzelwirtschaft…)

  4. 😉 – haettest’De Dir eine ordentliche Begleitung – mich – mitgenommen, waerest Du evtl. ‚gerettet‘ worden.
    Aber halt: mit Mopsen geht man ueblicherweise ja nicht aus = Pech gehabt, Gerlinde ^^ !

  5. PS: “ Buuuuhaeeee“ vergessen; sorry 😉

  6. Vollzugsmeldung: Habe heute den letzten Trüffel einverleibt. Vielen Dank nochmals, hätte nicht gedacht, dass ich mich so lange beherrschen kann 🙂
    LG, Holger

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