a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17958

Zu versuchen, die ToDo-Liste abzuarbeiten ist beinahe zwecklos. Denn es wird nicht weniger.

  • Eine weitere Firma gründen: 30 Minuten, plus 5 Minuten warten an den Fahrstühlen in der Irrenanstalt im Rathaus. 1 Blatt Papier, 1 Unterschrift.
  • Eine Betriebshaftpflicht anfragen: 30 Minuten, plus 30 Minuten Geseiere über alle andere tollen Versicherungen die man sonst noch im Angebot hat. 4 Blatt Papier, 1 Unterschrift.
  • Ein weiteres Geschäftskonto einrichten:  30 Minuten, plus 30 Minuten um dem Spasskasseninsassen zuzusehen, wie er seine Software bedient. 18 Blatt Papier, 7 Unterschriften.

Irgendwas ist doch da merkwürdig. Die ganzen Pfeiffen verheizen gnadenlos anderer Leute Zeit.

Und irgendwo dabei stellt man fest, dass der Ausweis in zwei Wochen abläuft. Und schwupps, ist wieder ein neuer Punkt auf der Liste. Natürlich ist es kurz vor 12, und man kann das im Haus das Verrückte macht nicht sofort erledigen, weil die Transusen vom Amt ab 12 Uhr eine Vaselinepolonaise durchs Amt veranstalten, und vermutlich wild kopulierend auf den Feierabend warten.

Achso: kann mir mal einer erklären, wieso eine Staffel „Castle“ einem nur persönlich (!) und unter Vorlage des – bald ablaufenden – Ausweises ausgehändigt wird, wenn man sie im 4qm DHL-Paketaufbewahrungshort des Supermarkts abholt ? Das Zeug läuft nachmittags im Fernsehen. Und eine politisch noch korrektere und angezogenere Serie gibt es vermutlich gar nicht. Selbst Puh der Bär, Heidi und Bob der Baumeister sind dagegen hardcore.

Aber es ist lustig, wenn auf dem Paket ein fetter roter „!! 18+ !!“ – Aufkleber draufpappt, und alle Hausfrauen samt der DHL-Paketaufbewahrungshortleiterin Dich indigniert anschauen, weil Du Ferkel ganz offensichtlich Pornos im Internet bestellt haben musst. Ich muss nur noch lernen, auf Knopfdruck rot werden zu können.


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Tag 17956

ToDo:

  • Betriebshaftpflicht auf 10 Fanstastilliarden aufstocken
  • 20 Seiten Vertrag prüfen lassen
  • nochmal 8 Seiten Vertrag prüfen lassen
  • der Steuertante Valium schicken, sonst frisst sie die Blumen auf
  • Vitaminpillen und ABC-Pflaster für Anton beschaffen, er wird sie brauchen

Geekcontent:

Wenn Du auf einem 64-bittigen 2008/R2 32-bittige Stonehenge-Software zum fliegen kriegen willst die über ODBC mit einem SQL Server 2008/R2 reden muss , dann kannst Du

  • eine halbe Stunde damit zubringen die ach so tolle Funktion des Betriebssystems zu verwenden, nämlich loszutippen („ODBC…“) und das einzige verfügbare Programm „Datenquellen einrichten“ aufzurufen
  • dort eine Datenquelle einrichten
  • Dich wundern wieso die Anwendung trotz aller Credentials meint „geh wech von mir, die Datenquelle kenn ich nicht“
  • eine weitere halbe Stunde lang „ODBCAD32“ direkt aufrufen weil Du den Verdacht hegst, das könnte die richtige Version sein wie unter alten OSen üblich
  • die angelegte Datenquelle dort auch sehen und 20 mal kontrollieren
  • Dich weiter wundern wieso Deine 32-bittige Anwendung sie ums Verrecken nicht sieht
  • Drei Stunden lang die komplette Entwicklungsumgebung in die VM kloppen, einrichten, und den Mist in den Sourcen aufmachen und ihn debuggen
  • Die selbe Meldung erhalten „hab ich nich, kenn ich nich, geh wech, Du Doof“
  • Mit gerunzelter Stirn Dein Glas anschauen ob da wirklich nur Coke drin ist
  • Die erste grenzgeniale Idee bekommen die Schnittstellensoftware testhalber mal auf „dbDriverPrompt“ umzustellen damit sie Dir beim Start alle Datenquellen anbietet die sie kennt und Dich eine auswählen lässt, statt den vorgegebenen Verbindungsstring zu nehmen
  • Plötzlich 5 Datenquellen sehen die Dir der ODBCAD32 überhaupt nicht angezeigt hatte, darunter aber nicht diejenige die Du selber angelegt hattest
  • Das Telefon in Reichweite legen um bald die Notaufnahme der Klapsmühle anzurufen und Dich selber einzuweisen, weil das so vollkommen verrückt wirkt
  • Die zweite grenzgeniale Idee des Abends bekommen und mal nachschauen, wie viele ODBCAD32.exe es denn auf einer frisch aufgesetzten Mühle so gibt
  • eine Minute später eine Briefbombe an Microsoft faxen, denn:

Es gibt zwei ODBCAD32. Eine in Windows\System32, eine in Windows\SysWOW64. Eine legt 32-bittige Datenquellen an, eine 64-bittige. Sie heissen gleich, sie haben die gleiche Dateiversion, das gleiche Ausgabedatum, den gleichen Zeitstempel … nur eine davon ist 4KB kleiner als die andere. Und da wirst Du stutzig.

Quizfrage für fortgeschrittene Experten oder ambitionierte Laien mit galoppierendem Hirnschwund: Wenn beide Programme schon …32 heissen, in welchen Verzeichnis liegt dann voraussichtlich die 32bittige ? Richtig. In SysWOW64. Mein Fehler. Ist doch logisch.

Ich werde es nie lernen. Ich hatte wieder mal gedacht wie ein normaler Mensch, nicht wie ein Bill Gates auf Koks, dem beim Programmieren die ganze Zeit jemand mit einer Gabel durchs Ohr das Gehirn umrührt. Vermehren die sich in Redmond seit drei Generationen nur noch untereinander ? Ich mein, irgendeine Entschuldigung für solche Idiotie muss es doch geben …


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Tag 17953.75

Du hast zwei oder drei Blechottos auf, neben, oder unter dem Tisch stehen ?

Du guckst zwar immer aufs richtige Display, greifst aber jedesmal zuerst zur falschen Maus und fuchtelst vergeblich mit ihr rum ?

Du hast schon mehrmals halbe Romane getippt um dann festzustellen, es auf der falschen Tastatur, und somit dem falschen Rechner getan zu haben, auf dem aber gar kein Editor offen war ?

Willkommen im Club.

Nun gibt es auch dafür endlich eine Medizin, die hilft – „Mouse without Borders“. Ein keyboard auf dem Tisch, ein Nager daneben. Der Mauszeiger wandert flüssig vom einen zum anderen Rechner, mit ihm der Eingabefokus des keyboards. Und man braucht kein Gegurke mit Y-Kabeln oder KM-Switches samt Kabelsalat zu veranstalten. Dateitransfer funktioniert auch (wenn auch etwas unorthodox). Funktioniert hervorragend auch über Betriebssystemgrenzen hinweg, wie ein kurzer Test mit einem W7/64, einem angegrauten XPSP3, und einem 2K3-Server zeigte, die auch noch in vollkommen unterschiedlichen Auflösungen liefen.

Schöpfer ist ‚Microsoft Garage‘, ein Studio der Redmonder, wo man vermutlich all die murrenden Programmierer hin schickt, die wirklich noch was Nützliches bauen wollen, anstatt den ganzen Tag an dem Kachelmurks rumfrickeln zu müssen. I like.

 

 


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Tag 17953

Schock im Morgengrauen. Rosinante XII, des capt’ns treues Pferd unterm Schreibtisch, klagte wiehernd sein Leid.

Rosinante XII ist normalerweise ein sehr ruhiges Pferd in den besten Jahren, eingebaut in einem schallgedämmten Gehäuse und versorgt mit mehreren langsam drehenden und dadurch unhörbaren Furzquirlen sowie einer lüfterlosen Grafikkarte, ist es nicht zu hören. Doch heute früh wieherte es, und die LEDs der Displays blinkten im Takt, statt ein Bild anzuzeigen.

Nun hatte der capt’n ja unter der Woche noch nicht genügend Blech von A nach B und wieder zurück getragen, also verschwand er noch vor dem ersten Vogelbad Kaffee unterm Schreibtisch und befreite Rosinante XII zunächst aus seinem Stall am Teleskopbein des Schreibtischs.

Das fehlende Vogelbad Kaffee rächte sich umgehend, denn in seinem Tran baute er zunächst natürlich die falsche Seitenwand ab, und starrte folglich verwirrt auf die Rückseite des Mainboards. Nur wenige Schrauben später begutachete er Rosinantes Eingeweide. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Staub sich in den eineinhalb Jahren seit der letzten Inspektion doch in einem Gehäuse ansammeln kann. Rosinante XII war innerlich zwar nicht so fellbewachsen wie die Kisten die bei den Kunden in den Schaltwarten stehen, aber trotzdem erstaunlich dreckig.

Nachdem er um diese Uhrzeit sowieso noch nicht vernünftig gucken kann, machte er zunächst eine kurze Überprüfung nach Gehör. Und als er sein Ohr in Richtung Netzteil bewegte, war dieses hochfrequente Pfeiffen am oberen Ende der hörbaren Skala wieder zu vernehmen. Blitzschnell richtete er sich auf und sah aus dem Fenster, ob der Nachbarshund sich noch normal verrückt aufführte, oder schon Schaum vorm Maul hatte. Der Nachbarshund war jedoch nicht da und konnte somit bei der Diagnose nicht weiter helfen.

Was tun ? Widerwillig packte er Jaws IV aus, das Inbetriebnahme-Notebook. Normale Menschen wären damit sicher zufrieden, aber 2 mal 27 Zoll Arbeitsumgebung sind einfach etwas deutlich anderes als ein Mäusekino in der Form eines Kofferraumdeckels. Jaws IV funktionierte wie erwartet störungsfrei – und des capt’ns Herzklappen begannen, wieder in einem halbwegs gesunden Takt zu wummern. Er machte sich das erste Vogelbad. Aber was sollte er mit Rosinante XII machen ?

Sein Vertrauen in Schrauber ist nicht besonders hoch. Andererseits ist der 24-Stunden-vor-Ort-Service des Herstellers zwar prinzipiell eine prima Sache, nicht jedoch wenn einem Samstag früh das Pferd verreckt und man nicht das Wochenende zwei Meter von der Türklingel entfernt verbringen will, bis der Techniker da ist. Der capt’n überlegte. Da gab es den einen großen Schrauber in der Innenstadt, bei dem Samstag früh aber vermutlich die Hölle los sein würde. Und da gab es den anderen fast in Laufweite, dessen Vorgänger er vor dessen Pleite mal getestet und für untauglich befunden hatte. Sollte er erstmal hinfahren und nachsehen ob der Nachfolger auch die inkompetenten Schrauber ausgewechselt hatte ? Und dann vielleicht Rosinante XII holen ?

Auf der Treppe runter zum Raumschiff entschloß er sich um, rannte wieder hoch, baute die Datenplatten raus, und wuchtete Rosinante XII sofort in den Kofferraum.

Nun rächte sich jedoch, dass er bislang nur ein Vogelbad Kaffee intus hatte. Denn auch wenn Schrauber prinzipiell in einem anderen Gehege des selben Zoos leben, funktionieren sie doch genau wie er – vor zehn Uhr wissen sie wie sie heissen und sonst nix. Und so stand er um 09:20 Uhr zuerst vor dem Schrauber um die Ecke, und zehn Minuten später vor dem Schrauber in der Innenstadt vor verschlossenen Türen. Es zeichnete sich ab, dass es wohl irgendwie ein Scheisstag werden würde.

Also ging er zunächst einkaufen. Dachte er. Denn er hatte zwar viel dabei, nur kein Portemonnaie – und die Münzen in den diversen Raumschiffablagen reichten gerade für zwei Croissants, mit denen er das Raumschiff vollends vollbröselte, während er fluchend zurück ins Raumdock fuhr um Geld und Papiere zu holen.

10:05 Uhr hatte er die erste Tour durch die City beendet, stand wieder vor dem Raumdock und machte vor Runde zwei einen kurzen Check: Kippen, Kohle, Karten, Valium, alles da.

Und so fuhr er erneut los. Der Schrauber um die Ecke hatte nicht nur umfirmiert, sondern umgebaut, und scheinbar auch die Bulettenwender des Vorgängers an die Luft gesetzt. Während er kurz schilderte was seine Vorabdiagnose war, fühlte er sich verstanden und gut aufgehoben. Also brachte er Rosinante XII rein. Der Schrauber klemmte ihr Netzteil ab,  schloß sein Testnetzteil an und siehe da, Rosinante trabte fröhlich durch den Laden.

Nun stellte der capt’n die Masterfrage, wie schnell man das tauschen könne. Er rechnete mit einem wortreichen Monolog, der in einem „naja, sobald wir die Teile da haben, brauchen wir noch ungefähr drei Wochen“ gipfeln würde. Doch der Schrauber sagte: „Wenn Sie das Express haben wollen, können Sie drauf warten.“.

Der capt’n staunte. Und wollte. Und sah dem Schrauber zu, wie er fachmännisch Rosinantes Eingeweide umsortierte, neu zusammensetzte, den neuen Kabelstrang sauber mit einem Dutzend Kabelbindern befestigte, und sie nach knapp 30 Minuten hochfuhr als wäre nichts gewesen.

Und der Preis ? „Express“ ist ja gefühlt vergleichbar mit „Platin-Service“, und man muss dafür meist recht große Münzen durch die Tür rollen. Weit gefehlt. Der ganze Spaß kostete ganze 20 (!) Euro, zuzüglich des Netzteils natürlich. Das ist geschenkt, und er hätte auch das Dreifache bezahlt ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Das war exzellenter Service. So was ist man ja schon gar nicht mehr gewohnt. Und Rosinante XII hängt wieder in ihrem Stall unterm Schreibtisch.


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Tag 17952

Back from hell.

Hast nun drei Paar vollgelaufene Slipper. Im Hotel daraufhin gestern mit todernstem Blick an der Rezeption einen Tauchkurs, alternativ ein Paddelboot und Gummistiefel angefordert, weil alle fünf Kieselsteine mit denen der Hotelparkplatz ursprünglich mal aufgeschüttet wurde, mittlerweile im Matsch versunken sind oder geklaut wurden, und der Weg vom Auto ins Zimmer einer Schnitzeljagd um eine kleine Seenplatte herum glich. Hast ihnen zur Strafe den beigen Teppichboden furchtbar eingesaut.

Gelernt, dass es eine verdeckte, hinterhältige Gesetzmässigkeit zu geben scheint: Je weiter Du weg bist vom Raumdock, umso eher fällt bei allen anderen Kunden irgendein Trum aus, und sie quaken Dir das Mäuseklavier voll. Und Du wühlst stundenlang mit ganz langen Armen im Brustkorb einer anderen Anlage herum als der, auf der Du gerade bist.

Zwischendurch gelernt, dass man zwischen dem was man machen will und weswegen man da ist wo man hinfährt, spielend noch halbe Mannjahre an Aufträgen verhandeln, und den marokkanischen Teppichbasar auch in einem Besprechungszimmer zwischen Mittagessen und einem Verdauungskäffchen eröffnen kann.

Zwischendurch gelernt, dass dieses Jahr wie jedes andere ist, und Du den nach momentaner Planung letzten Termin am 20.12. haben, und mit dem letzten Flug vor Weihnachten zurückkehren wirst. Weil das Projekt bei einem Kunden in spe natürlich unbedingt noch dieses Jahr nochmal besprochen werden muss. Fuck.

Der Lieblingsladen 40 Kilometer weiter hat mittlerweile zum sechsten Mal den Standort innerhalb des Einkaufszentrum gewechselt. Scheint dort ein Volkssport zu sein – die Hälfte der Läden zieht einmal im Quartal um. Bemerkt und Dich verwundert umgesehen, als Du ohne nachzudenken und zu gucken mitten in den Laden stapftest, und anstelle von Herrenschuhen (zwei Paar Slipper waren da schon eingeweicht) Dessous in Übergrössen erblicktest. Vielleicht war es aber auch ein Laden mit Fallschirmspringerzubehör, so genau wolltest Du es nicht wissen.

In Thüringen herrscht mittlerweile vermutlich Vollbeschäftigung – zumindest stützten sich an der 20 Kilometer langen Baustelle auf der A9 bereits zwei Arbeiterdenkmäler auf ihre Schaufeln – das sind 100% mehr als beim letzten Mal. Keine 20 Jahre mehr und sie werden bereits die zweite Straße in diesem Bundesland asphaltiert haben. Den Wettbewerb mit der A70 haben sie vermutlich längst aufgegeben – die sind nämlich schon zur Hälfte fertig, während die lieben Schnarchis in den Bergen noch fröhlich am Schaufeln sind.

Die erste Staffel der alten ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ – Folgen anzuschauen macht weit mehr Spaß, wenn Du vorher zwei Folgen ‚Bob der Baumeister‘ inklusive live-Kommentar hattest sehen dürfen, bevor die Zwerge in die Falle gebracht wurden.

Gebackener Quadratfisch am Arsch des Universums schmeckt auch nicht viel anders, wenn die liebevolle Kochlöffelschwingerin ihn mitsamt des Brötchens und Alibisalatblatts in einem Eimer Remoulade ertränkt. Aber der optische Eindruck ist besser.

Kaum ist man mal eine Woche nicht da, werden die Flugzeugträgerführerinnen mit ihren Lars-Kevins aufmüpfig und parken wieder wie die Wildsäue. Zur Begrüssung im Raumdock daher gleich erstmal die Kinderarztpraxis aufgemischt und zwei Kapiteusen der Landstraße rund gemacht.

138 ungelese mails to go.

Es ist schön, wieder zuhause zu sein.