a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17965

Part one: Antons Affen. Status: Done … finally.

Kaum hat man sich drei Tage lang damit rumgeärgert, schon kommt der Standard-Anton mit seinem gelben Transporter und holt endlich ab, was hier in der Diele schon fast Schimmel angesetzt hat. Und ich konnte ihm nicht mal die Glocken flach hauen, weil er drei Tage lang seine Tour an irgendeinen noob abgegeben hatte, der vermutlich weder die Landessprache spricht, noch lesen kann, und schon gar nicht schwer tragen darf. So wird man um sein Vergnügen gebracht. Mist.

Part two: Herr Kaiser von der Humbug-Mülleimer. Status: Done … finally.

Die Zahnabdrücke in meiner Schreibtischplatte bekomme ich zwar ohnehin nicht mehr raus, aber wenigstens habe ich sie nicht durchgebissen, da sich die ach so schnellen Versicherungsunternehmen doch bequemt haben, endlich die Anfragen des Versicherungsmaklers zu beantworten, nachdem sie wegen meiner Schuhgröße und Haarfarbe nachgefragt hatten. Und ich jetzt endlich Tausende Euro im Jahr für eine Versicherung zahlen darf von der ich nicht genau überreisse, welche Schäden sie im Zweifelsfall übernehmen wird. Ich gehe davon aus gar keine. Natürlich ist mir klar, dass ich als nerd etwas Superspezielles bin, und mit drei clicks die halbe Welt ins Mittelalter zurück versetzen kann. Das erklärt vermutlich auch die gewaltige Prämie. Aber dass die Arschlöcher eine Woche allein für ein Standard-Angebot für das Tagesgeschäft eines superspeziellen nerds brauchen, das nervt.

Part three: Ersatz für Alpha und Beta. Status: OMFG, ich will doch nur zwei Server kaufen.

Du konfigurierst über eine Stunde in dem wahnsinnig intuitiven Online-Gemurkse des Herstellers. Nachdem Du eine halbe Stunde lang aus dem ganzen Zoo erstmal ein Modell ausgeguckt hast. Und am Ende kannst Du Deine mühsam zusammengestellte Konfiguration nicht abschicken weil … weil … keine Ahnung warum. Also druckst Du die drei Seiten auf dem Bildschirm aus und schickst sie an Ali vom Gemüsestand mit angeschlossenem Reisebüro und Hardwarehandel. Und weisst schon jetzt er wird Dich anrufen und Dich nach den rund 12 anderen Optionen fragen die es noch gibt, von denen Dir aber nicht mal klar ist, was genau sie tun, ob Du sie willst, vielleicht willst, oder unbedingt brauchst. Irgendwie war es früher einfacher, 25K Euro auszugeben – heute ist das eine Wissenschaft.

Part four: Ein neuer Hardware-Zoo von Blechottos. Status: OMFG, könnt Ihr denn alle nur noch Standardware aus dem Regal verkaufen ?

10 Workstations. Du willst aber nicht jede einzelne davon erst so umrüsten müssen wie Du sie letztlich brauchen wirst. Weil das rund eine Woche dauert. Und Dein höchstpersönlicher Schraubersklave Prüfungen hat, und daher nicht können wird. Sondern sie sollen schon so geliefert werden wie Du sie brauchen wirst. Kein Problem ? Doch, Problem. Denn der Hersteller hat in seiner Weisheit ja nicht nur den Besitzer gewechselt (bzw. tut das bald), sondern sich scheinbar auch entschlossen, künftig der Aldi der IT werden zu wollen: „Kauf es von der Palette, oder kauf es gar nicht, Sonderwünsche könnwer nich“. Zum Glück gibt es Ali vom Gemüsestand mit angeschlossenem Reisebüro und Hardwarehandel. Der hat es doch noch hinbekommen. Unter großem Gejammer. Dafür muss ich ihm vermutlich die Hochzeit seiner ältesten Tochter ausrichten. Oder sie heiraten. Ich weiss das nicht genau, er spricht mit stark klingonischem Akzent.

Part five: Software von französischen Herstellern kaufen. Status: Merde. (weil ich auf französisch nicht wirklich gut genug fluchen kann)

„Ich hätte gern Angebot“.

„Wer ist denn der Endkunde ?“

„Das kann Ihnen doch egal sein, ich hätte gern ein Angebot !.“

„Aber wollen Sie denn nicht den Rabatt haben wenn Sie mir das sagen ?“

„Nein, ich hätte gern ein Angebot !

„Aber dann verlieren Sie doch Geld !“

(Günzelsenmodus ein) „Schachern können wir wenn ich weiß, ob Sie mit Ihrem Grundpreis wenigstens im ball park liegen! ICH HÄTTE GERN EIN AN-GE-BOOOT !!!!111einself“

… was habe ich noch immer nicht ? Ein Angebot. Ich würde so gerne fliessend auf französisch fluchen können.

Part six: Die Datentrommel. Status: Läuft … noch rund 30 Stunden.

LTE ? UMTS ? Gebündeltes synchrones DSL ? Richtfunk ? Armdicke Laserbündel ? Alles Kinderkacke. Richtig Spaß macht das erst, wenn Du 7GB durch den Draht auf eine Anlage husten willst, und irgendeine Pfeiffe sowas von auf der Leitung steht, dass Du satte 40K/sec. durch bekommst. Läuft seit gestern abend. Vermutlich noch bis Sonntag nacht. Überlege inzwischen, die 7GB auszudrucken und 223.000 Seiten zu faxen. Das könnte schneller gehen.

Part seven: Feed Me. Status: Offen.

Trinke seit heut früh schwarzen Magentreter ohne Milch. Denn wenn Du seit drei Tagen neben der Türklingel campierst in der Hoffnung, der Paketarsch wird hoffentlich bald aufschlagen, dann gehen Dir zwangsläufig irgendwann die Frischmilchvorräte aus. Habe auch keine Lust mehr, Marmelade auf TUC-Kekse zu streichen. Brauche Brot. Und Wurscht, und Käse, und Schnitzel … und … ich bin dann mal einkaufen.