a life less ordinary ?

the egghead diaries


6 Kommentare

Tag 17952

Back from hell.

Hast nun drei Paar vollgelaufene Slipper. Im Hotel daraufhin gestern mit todernstem Blick an der Rezeption einen Tauchkurs, alternativ ein Paddelboot und Gummistiefel angefordert, weil alle fünf Kieselsteine mit denen der Hotelparkplatz ursprünglich mal aufgeschüttet wurde, mittlerweile im Matsch versunken sind oder geklaut wurden, und der Weg vom Auto ins Zimmer einer Schnitzeljagd um eine kleine Seenplatte herum glich. Hast ihnen zur Strafe den beigen Teppichboden furchtbar eingesaut.

Gelernt, dass es eine verdeckte, hinterhältige Gesetzmässigkeit zu geben scheint: Je weiter Du weg bist vom Raumdock, umso eher fällt bei allen anderen Kunden irgendein Trum aus, und sie quaken Dir das Mäuseklavier voll. Und Du wühlst stundenlang mit ganz langen Armen im Brustkorb einer anderen Anlage herum als der, auf der Du gerade bist.

Zwischendurch gelernt, dass man zwischen dem was man machen will und weswegen man da ist wo man hinfährt, spielend noch halbe Mannjahre an Aufträgen verhandeln, und den marokkanischen Teppichbasar auch in einem Besprechungszimmer zwischen Mittagessen und einem Verdauungskäffchen eröffnen kann.

Zwischendurch gelernt, dass dieses Jahr wie jedes andere ist, und Du den nach momentaner Planung letzten Termin am 20.12. haben, und mit dem letzten Flug vor Weihnachten zurückkehren wirst. Weil das Projekt bei einem Kunden in spe natürlich unbedingt noch dieses Jahr nochmal besprochen werden muss. Fuck.

Der Lieblingsladen 40 Kilometer weiter hat mittlerweile zum sechsten Mal den Standort innerhalb des Einkaufszentrum gewechselt. Scheint dort ein Volkssport zu sein – die Hälfte der Läden zieht einmal im Quartal um. Bemerkt und Dich verwundert umgesehen, als Du ohne nachzudenken und zu gucken mitten in den Laden stapftest, und anstelle von Herrenschuhen (zwei Paar Slipper waren da schon eingeweicht) Dessous in Übergrössen erblicktest. Vielleicht war es aber auch ein Laden mit Fallschirmspringerzubehör, so genau wolltest Du es nicht wissen.

In Thüringen herrscht mittlerweile vermutlich Vollbeschäftigung – zumindest stützten sich an der 20 Kilometer langen Baustelle auf der A9 bereits zwei Arbeiterdenkmäler auf ihre Schaufeln – das sind 100% mehr als beim letzten Mal. Keine 20 Jahre mehr und sie werden bereits die zweite Straße in diesem Bundesland asphaltiert haben. Den Wettbewerb mit der A70 haben sie vermutlich längst aufgegeben – die sind nämlich schon zur Hälfte fertig, während die lieben Schnarchis in den Bergen noch fröhlich am Schaufeln sind.

Die erste Staffel der alten ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ – Folgen anzuschauen macht weit mehr Spaß, wenn Du vorher zwei Folgen ‚Bob der Baumeister‘ inklusive live-Kommentar hattest sehen dürfen, bevor die Zwerge in die Falle gebracht wurden.

Gebackener Quadratfisch am Arsch des Universums schmeckt auch nicht viel anders, wenn die liebevolle Kochlöffelschwingerin ihn mitsamt des Brötchens und Alibisalatblatts in einem Eimer Remoulade ertränkt. Aber der optische Eindruck ist besser.

Kaum ist man mal eine Woche nicht da, werden die Flugzeugträgerführerinnen mit ihren Lars-Kevins aufmüpfig und parken wieder wie die Wildsäue. Zur Begrüssung im Raumdock daher gleich erstmal die Kinderarztpraxis aufgemischt und zwei Kapiteusen der Landstraße rund gemacht.

138 ungelese mails to go.

Es ist schön, wieder zuhause zu sein.