a life less ordinary ?

the egghead diaries

Tag 17816

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„Kannst Du da bitte mitfahren ?“ Wenn so eine Frage kommt kann das nur zwei Dinge bedeuten: Derjenige der fragt nimmt an dass derjenige der sonst hinfährt keine Ahnung hat. Oder derjenige der hinfährt fragt selber und weiß, dass das nicht sein Sandkasten ist.

„Ja sicher, kriegen wir schon irgendwie hin, könnte zeitlich aber recht knapp werden“.

Also schacherst Du mit dem doc, damit er die eingeplante grosse Jahresinspektion zwar vernünftig macht, dabei aber weder einschläft noch Dir Schwänke aus seiner Jugend erzählt. Und vielleicht den Ölwechsel und die neuen Zündkerzen weg läßt. Vor allem aber, dass er die Nadelfetischistin nach Hause schickt, die zwar jedes Jahr eine andere Frisur hat, Dir aber jedes Jahr zuverlässig einen anderen Golfplatz in den Unterarm sticht und dann doch ihn ruft um Dir den Saft abzuzapfen.

Sowas kann glücken … und doch schief gehen. Nämlich wenn er Dich beim fälligen Ultraschall Zug um Zug von oben bis unten mit Gleitgel einschmiert, Du als Privatpatient nun jeden Moment die Escortgirls erwartest die er hoffentlich bestellt hat, die aber nicht kommen, und Du anschließend eine gefühlte halbe Stunde brauchst, um die Reste von der Pampe mit einem Kilometer Küchenkrepp wieder loszuwerden. Was Dir natürlich nicht gelingt, und Du Dir vor der Abfahrt also daheim noch schnell Hemd und Hose vom Körper meisselst und die halbe Körperbehaarung verlierst, nochmal duschen gehst, und noch mal das große Sockenmemory spielst.

Also reitest Du mit fliegenden Fahnen eine gute Stunde nach der an sich geplanten Abfahrt vom Hof, und zitierst 250 Kilometer lang Brehms Tierleben, während Du sämtliche Scheinwerfer auf Disco stellst die die Karre nur hat.

Kommst mit nur einer guten halben Stunde Verspätung an … und triffst eine weitere Schwester der Kassiererin im Bioladen … diese Ausgabe arbeitet beim Kunden in spe im Werkschutz. Die bleierne Tasche von „Jaws“ hängt Dir mittlerweile in den Kniekehlen und Du stehst da wie ein hingeschissenes Fragezeichen, während sie auf dem Lageplan nach wie vor den Bau sucht, wo Du hin musst.

An Tagen wie diesen weißt Du hingegen blind wo er liegt … am gegenüberliegenden Ende des Werksgeländes. Vermutlich hat er sogar eine andere Postleitzahl. Also hetzt Du durchs Gelände, findest den angesagten Bau … in dem der Ansprechpartner allerdings seit einigen Wochen nicht mehr sitzt. Nach nur einer kurzen Werksbesichtigung bist Du dann doch dort wo Du hin musst, und begegnest auch dem diesmaligen KAM, der schon ein paar Stunden da ist. Alles scheint perfekt vorbereitet.

Nur etwas kurzatmig baust Du „Jaws“ auf und versuchst, neben Deinen protestierenden Herzklappen mit dem montierten Beamer von 1789 warm zu werden, der dank 27 Videoadaptern der festen Überzeugung ist, der Hintergrund der Anwendung wäre nicht hellblau, sondern pissgelb. Und dass schwarze Querstreifen die Anwendung prinzipiell aufhübschten, zudem wenn sie ein wenig blinkten. Während Du damit kämpfst unterhält man sich über dies und das und Du versuchst einen groben Eindruck davon zu bekommen, wo denn hier bitte Norden sein könnte. Denn auch diesmal hattest Du keine drei Stunden gemeinsamer Autobahnfahrt, um das zu erfahren.

In dem Moment wo Du das ganze Gfrett am Laufen hast ist Dir jedoch eins klar: Du hättest Dir den ganzen Blutdruck sparen können. Den Ölwechsel machen lassen können. Die Zündkerzen. Auf die Escortgirls im dark room warten die vielleicht ja doch noch gekommen wären.

Denn der KAM hatte zwar vermutet dass sie das brauchen könnten was Du hast, dummerweise aber scheinbar nicht danach gefragt. Und Du hältst die kürzeste und unmotivierteste Präsentation aller Zeiten, um Dich die restlichen 115 Minuten über ganz andere Dinge zu unterhalten, die Dich überhaupt nicht interessieren. Um auf dem Rückweg mitten in der rush hour in einer Prozession von LKWs alles das zu sehen, was auf der Hinfahrt nur als verwaschene Schlieren an Dir vorbeigezogen war.

You got to love any day – even today. Und nun werden der Eiswürfel- und der Limettenbestand reduziert. L’Chaim !

12 Kommentare zu “Tag 17816

  1. Na ja, ausser der entgangenen Chance der Escort-Girls….
    Und wer weiss, wozu DAS gut war – am Ende haette das Schlitz-Ohr von Doktor ja noch den ’super-trooper-Blutdruck-Test‘ mit Dir vorgehabt und ICH haette um die Ecke geguckt, statt eines der suessen, herzigen Dinger, welche Du erwartet haettest. ABER: selbst Privatkasse leistet sich vermutlich eher nur meine (oder dergleichen) mageren Dienste 😉 .
    (da faellt mir ein, mir fehlt noch immer die ‚Spezial-Ausbildung’/Kurs von Herrn MiM und Herrn Robby 😮 mit 😉 )
    Irgendwie musstest Du schliesslich Tag 17815 oder 16 todschlagen – isss wurscht wie.

    Ausserdem: verhandel doch naechstens mal mit dem medizinischen ‚Volk‘, ob eine evtl. von Dir mitgebrachte Flasche Masage-Oel Deiner Wahl vielleicht nicht doch auch fuer deren Zwecke anwendbar/akzeptabel ist? Waere dann wirklich, aehem, praktischer ? 😉 (da hinterher keine Umwege – fuer egal welches ‚Hinterher‘ 😉 )

    Zudem habe ich aufgrund Deines Posts hier Bedenken, dass DU mich mit meinen ‚Saetzen‘ von „kann ich Dir helfen“ (= Du bist so langsam/ich hab‘ bessere Aufgaben zusaetzlich fuer Dich) ) und „kann/soll ICH das fuer Dich machen“ (= ich bin nicht mit Deiner Loesung einverstanden und mach lieber das was ich stattdessen haben will, aber mich nicht mit Dir drum streiten will) und dergl.
    wohl zuuu schnell ertappst, hey? 😀
    Verflixt, wie heisst ‚diese Sprache‘ denn nu echt; „Frau“ oder „Mann“? 😉 oder nur „Menschen, in diplomatischen Versuchen“ ?

  2. PS: musste zu (m)einer kleinen Laesterei bei Sathiya bezueglich Deines Overhowls noch etwas grinsen, denn: als ich seinerzeit/meinerzeit meine Patienten verferkelte/verklebte (= meist beim EKG) dann wurden diese von mir auch persoenlich und mit besseren ‚Reinigungsmitteln‘ gereinigt.
    Klar, kam da schon mal der eine oder andere gefluesterte Flucher aus der Maennerwelt von „Mensch, Maedel, kannste mal etwas deftiger hinfassen anstatt mit so ‚Zart-Haetschel-Kuschel-Haendchens‘ ?“
    Die ersten Male guckte ich zwar erschrocken ‚Warum‘; ab ‚dann‘ war mir seeehr bald klar, dass ich damit versehentlich ‚handlose Mithilfe’/Abstandshalter organisierte (= hierzulande salopp bekannt unter Namen wie: One-eyed trouser-snake; joy-sticks and the like).
    Als noch unter 18-jaehrige waren wir dann meist beide – Patient und ich – ‚tomaten-Style‘ vehement am ’small-talken‘ uuund ignorieren = klar, oder?
    Gegen manche ‚Automatik‘ kann man(n) einfach beim besten Willen und mit aaallen 1 x1 der Welt rauf- und runterratternd nicht an! 😉

    Faellt mir aber noch der gute Witz ein, welcher an einen Nackt-Badestrand spielte:
    Aeltere Dame flaniert durch die ‚belegten Badelaken‘ und meckert einen Herren, welcher seine, aehem, ‚indikative Maennlichkeit‘ per Hut verdeckte, per folgendem Satz an „wenn sie ein Gentleman waeren, wuerden Sie jetzt hoeflich den Hut vor mir ziehen!“
    Kontert ‚behueteter‘ Herr schlagfertig zurueck „wenn Sie eine huebsche, nette Dame waeren, braeuchte ich dies nicht per Hand machen!“

    1:0 fuer die Maenner-Riege! 😉

    • Kein Problem. Ich glaube ich spreche im Namen aller Patienten, wenn ich die Nadelfetischistin nach down under schicke. Wenn die mit einem durch ist steht bestimmt nix mehr auf und Blut sammelt sich bestenfalls noch unter den Augen …

      • Ich treffe jede Vene, die ich will, im ersten Versuch. Manche können´s, manche nicht… Du hast mein tiefempfundenes amüsiertes Beileid für Dein Erlebnis mit einer menschlichen Stechmücke.

        Was ist das denn für eine merkwürdige Untersuchung gewesen, die einen Ganzkörperultraschall erfordert? Oder passiert das nur Privatpatienten ? (ein Glück, daß ich keiner bin ;-)?)

        Zu Deinem folgenden Tagesaublauf: „alles war wie immer, nur schlimmer“ (Zitat Bernd das Brot) trifft es ganz gut… 😀
        Lg, Sathiya

        • Die Nadelfetischistin erlebe ich fast jedes Jahr … es sei denn ich habe Dusel und es ist heller Tag … dann liegt sie vermutlich in ihrer Gruft und wartet auf die Nacht, und ihre Kollegin macht es …

          Naja, es wurden noch Bauch- und Beinarterien auf Ablagerungen/Stenosen gecheckt … also ob der Kalk schon stark rieselt oder nur schwach. Trotzdem vermisse ich die Escortgirls, denn auf der Rechnung werden sie sicher mit drauf stehen …. was heißt Escortgirl eigentlich auf lateinisch/griechisch ? 😉

          Ja, Bernd begleitet mich durch manche Nacht im Hotel. Er ist ein großer und stark unterschätzter Philosoph 😉

          • Escortgirl auf griechisch heißt Hetäre. Latein ist selbstübersetzend – prostitutus. Tja. 😉
            Wozu fragst Du? Griechische Philosophen-Freunde beeindrucken?

            Und – rieselt es schon, mußt Du demnächst unters Messer oder bekommst eine Anti-Kal-Infusion?

            Bernd liebe ich. Er ist immer so unwerfend sympathisch, wenn er über den nächsten Amboß, auf welchem sein Name steht, philosophiert – und übrigens, ich bin die Frau, die in seinem Ultra-Hit-Video „Tanz das Brot“ kreischend ohnmächtig umkippt. 😉

            • Nöö, ich will nur die Abrechnung halbwegs verstehen … und mein grosses Latrinum ist halt doch schon paar Wochen her, und in meinem Hirn von anderen Weltsprachen wie aramäisch verdrängt worden;-)

              Das geht heutzutage anders, zumindest Privatpatienten bekommen glaub‘ ich Domestos auf Rezept. Wie das bei der AOK ist weiß ich nicht. Aber ich nehme glaub ich lieber Rohr-Frei, wenn es mal soweit sein wird 😉

              • Entschuldige – endlich ‚wach‘ ! 😉

                … und DU warst beim Bund
                … und hast entweder auch welche gebaut
                oder angeschafft zum Bauen, hey ?
                … und Du hattest – wieder einmal – ein begeistertes ‚t00-many-
                fingers-on-the-keyboard-syndrome‘, hey? 😉

                Erinnert mich an juengsten Bruder’s Zeit im Heer:
                a) meine Brueder wurden alle fuer Waisenkinder gehalten, weil sie Knoepfe annaehen konnten, welche nicht abzureissen waren und auch noch sauber angenaeht waren. Grund: berufstaetige Mutter.

                b) Auftrag an u/Juengsten bei den ‚Sandkasten-Spielern‘: Latrine bauen!
                Bruderherz hat keine Ahnung, wovon ‚Der Herr‘ spricht. ‚Herr‘ scheint das zu merken und fraegt, ob sein Auftrag verstanden wurde.
                Antwort:“Auftrag zwar verstanden und wenn ich jetzt noch herausfinde, was das fuer’n ‚Zeug‘ ist, wovon Sie reden, mache ich das gerne fuer Sie!“
                Hmm, es dauerte eine ganze Weile, bis ‚Der Herr‘ ihm naehere Erklaerungen geben konnte – warum wohl? (= Bruder seiner Schwester? 😉 ! )

                • nope … das Ding hiess schon damals „grosses Latrinum“ bei mir, und zwar weil es komplett für’n Arsch war. Ich habe heute noch eine Reclam-Allergie, und kann kleine gelbe Büchlein nicht anfassen ohne Schweissausbrüche zu bekommen.

      • Raetsel jetzt schon ein paar mehr Blog-Besuche lang: was soll ich dann mit dem Maedel hier machen, bitte? Wie lautet der Auftrag?
        Eigentlich waren wir ja nur die Straf-Kolonie fuer die Briten; d.h.: DU musst dann separate ‚Vertraege‘ aushandeln = hier bin ich! 😉
        (Du weisst doch, dass ich Dir immmer gerne helfe – und sei’s nur, damit Du mir als persoenliche ‚verbale Steckmuecke‘ zur Verfuegung stehst !)
        😉

  3. Du bist – schlicht und ergreifend – ’schlimm‘ !

    Ich gehe jetzt in die Heija, zum mich von Dir erholen; benimm‘ Dich bitte (zumindest ein klitzeklein wenig; haengt auch mein Ruf als ‚Mitglied der Unbelehrbaren‘ drinnen! 😉 !)

    PS: Der Auftag bezueglich ‚Kleiner Stechmuecke‘ ist noch zu klaeren, bitte (und wann das ‚Paeckchen‘ zu erwarten ist; Flugticket hat sie ja wohl keines verdient! )

  4. Ave C., Methusalixa te saluti – cordiali !

    Bitte entnimm meine ‚Huldigungen‘ entsprechendem Kommentar im Vorpost; ebenso Eingestaendnis meines Fehlers Dich nicht fuer ‚fies‘ zu halten = wenigstens aber fuer ‚gehoerig raffiniert‘ – wenn auch etwas seeehr verspaetet! 😉
    Erwarte Dein Einverstaendnis bezueglich Annahme des Sieges-Preises!
    Noch einmal: Hut ab in Bewunderung, Du Racker und auf weiterhin koestliches gegenseitiges Verscheissern.

    LG, Methusalixa Gerlinde
    (mit bewunderndem Rundum-Gegrinse)

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