a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17810

Thermometer werden überschätzt. Ein handelsübliches Telefon reicht. Denn eben ruft mich der dritte oder achtundzwanzigste Mensch an und fragt mich, wie warm es bei mir ist. Und das fränkische Wetter ist total wichtig, wenn man 200 bis 800 Kilometer entfernt sitzt.

Ich hingegen will es gar nicht so genau wissen. Denn sind wir doch mal ehrlich: Was für einen Unterschied macht es denn, ob es 35 oder 36 Grad hat ? Interessant ist doch letztlich nur, ob es zu kalt oder zu warm ist.

Aber um das zu erfahren, muss ich nur an mir runter schauen und die Kleidungsstücke zählen: Keine Krawatte, kein Hemd, keine Hose, keine Socken, keine Schuhe. Keinen Pullover, keine Jacke, keinen Schal, keine Handschuhe, keinen Mantel, keine Mütze, keine Schneeschuhe oder Skier.

Sondern eine Shorts. Und eine Armbanduhr.

Es ist also eher warm. Aber noch nicht zu warm. Denn dann lege ich die Uhr auch noch ab.

Hilfreich für die Einschätzung des lokalen Wetters ist es auch zu wissen, wann man zuletzt geduscht hat. Heute nacht um halb drei. Und zu wissen, wann man ungefähr eingeschlafen ist. Gegen halb fünf, als ein Eichhörnchenfurz für eine kurzzeitige Brise gesorgt, und die backofenwarme Luft einmal umgewälzt hat. Und zu wissen, wo man beim Aufwachen die Bettdecke gefunden hat. Im Garten. Drei Meter neben dem Bett. Was muss ich mehr wissen ?

Es gibt aber noch einen weiteren Wetterbericht im Telefon, der nicht die lokale, sondern mehr so die bundesweite Wärme misst. Denn wenn die Hitze kein lokales Phänomen ist, dann merkt man das sehr schnell daran, dass ausnahmslos alle Anrufer am Rad drehen. Und Du Dir nicht völlig sicher bist ob Deine eigenen Ohren schwitzen, oder ob das warme Wasser durchs Telefon übertragen wird.