a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17725.8

Mitdenken zahlt sich irgendwie nicht aus.

Da bist Du stolz wie ein Pfau, dass Du den anstehenden Geburtstag nicht vergessen hast, und nicht an der Tanke ein Bündel trauriger Aushilfsblumen besorgen wirst müssen. Hast nicht vergessen, dass bald Ostern ist. Sondern hast absolut rechtzeitig vorher eine Sammelbestellung Blumensträuße angestossen. Alle Versandadressen unfallfrei reingehackt und darauf geachtet weder selber welche zu bekommen und vom DHL-Anton wieder blöd angeschaut zu werden, noch alle Sträuße an nur eine Person zu schícken.

Und was ist ?

18 Stunden später sind sie angekommen. Alle Sträuße. Zwei Tage zu früh. Und Dein Anrufbeantworter läuft über mit Bedankungsgeschnatter.

Merde.

Nächstes Mal nehme ich vielleicht doch wieder die Blumen von der Tanke.

 


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Tag 17725

Kick-off bei den Rittern der Schwafelrunde. Wie ja bekannt hatte der langsamste Kunde der Welt geschlagene zwei Jahre gebraucht um sich zu entscheiden. Heute dann begann der Tanz um rauszufinden dass man zwar was bestellt hat, aber was man eigentlich denn brauchen würde, wollen würde, gerne hätte, vielleicht. Angesagt waren zwei Journalisten aus drei Ländern. Letztlich stapelten sich im Besprechungsraum elf Journalisten aus 17 Ländern. Von denen sechs keine der gefühlt zehn Demoshows in den letzten zwei Jahren gesehen hatten. Und die anderen fünf längst vergessen was sie schon mal gesehen hatten.

Also machte der capt’n in Übereinstimmung mit der Prophezeiung erst mal wieder den Reiseführer durch Software im 21. Jahrhundert. Als er die Fusseln am Mund dann weggeputzt hatte und alle halbwegs im Bild waren begann das große Kinofestival. Gezeigt wurden unter anderem die Streifen „Könnte man nicht …“, „Na gut, aber dann könnte man doch bestimmt 33 1/3“, „Return of the Killerscanner – Director’s cut“, „Terminalserver 1-3“, und „Was ist, wenn … ?“. Letzterer ungefähr acht mal. Selbstredend hatte man nix davon angefragt geschweige denn bestellt. Kaufleute erklärten der Produktion wie deren Betriebsabläufe sind, und die Produktion erklärte den Kaufleuten dass es ihnen völlig wurscht sei wie sie das machten, man mache das so und so. Wobei es vorkam, dass auch die Truppenteile untereinander sich nicht wirklich einig waren. Aber das gehört so.

Der capt’n beantwortete gefühlte 1000 Fragen, machte Vorschläge, und warnte vorsichtig vor allzu idiotischen Lösungswegen, während er die Gebetstrommel unter dem grossen Besprechungstisch Stück für Stück eckig trat.

Viele Tassen Kaffee später hatte man sich dann gefunden, den Erdboden zumindest wieder in Sichtweite, und er ließ ein Seil herab und konnte seinen Fahrplan vorstellen und als grobe Marschrichtung festlegen. Was zur Folge hat, dass er ab Morgen Hausaufgaben verteilt. Hurra.

Jeder Mensch braucht einen Ausgleichssport. Einige laufen. Andere walken. Der capt’n ist ein fan von Zeitreisen.

Und daher stieg er anschließend ins Raumschiff, schickte es schnell durch die Waschstrasse um zu erkennen was die Originalfarbe war, und fuhr rüber nach eine Stunde Autobahn. Dort sind die Dinge einfach. Und das größte Problem im dortigen technischen Museum ist es herauszufinden, was genau dieses mal verreckt ist. Die heutigen Kandidaten waren der Drucker der Marke Gutenberg, eine der verschlammten Workstations mit Kurbelantrieb, oder Teile davon, oder eine partielle Amnesie der Installation nach einem kapitalen Stromausfall.

Der IT-Bambino des Kunden hatte am Wochenende kapituliert – verständlich, denn als NT 3.51 erfunden wurde hat er noch mit Ninja Turtles gespielt und bestenfalls seinen Gameboy administriert. Und einen seriell angeschlossen Drucker erneut anzubinden, der darüber hinaus nur noch Hieroglyphen von sich gibt, das sind schon die höheren Weihen. Das musst Du nicht wissen wenn Du es nicht unter Blut, Schweiss und Tränen gelernt hast.

Ein Ersatzdrucker aus dem Holozän war schnell gefunden, und funktionierte dem Vernehmen nach ‚beim letzten mal‘ noch (also vermutlich kurz nach dem Aussterben der Mammuts). Und kaum hatte man zwei Computerläden auf der Fahndung nach einem parallelen Druckerkabel abgeklappert „parallel ? Druckerkabel ? Äh, da muss ich mal nachfragen …“ und sogar noch eins aufgetrieben konnte der capt’n strahlend verkünden dass es wieder geht … und zwar schneller als je zuvor, weil nun nicht mehr jedes bit einzeln durch den Draht getrommelt wird. Dafür dunkelgrau auf dreckiggrau, weil die letzte Reinigung des Druckers wohl kurz nach Erkaltung der Erde stattgefunden haben musste.

An solchen Tagen weiß er, warum er keinen anderen Job machen möchte als genau diesen.