a life less ordinary ?

the egghead diaries


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Tag 17619

Von Weihnachtstraditionen und wie man sie erschafft.

Manche Leute versuchen jedes Jahr, die Innenstadt leerzukaufen.

Manche Leute dezimieren jedes Jahr die Geflügelpopulation, und reißen Millionen unschuldiger Knödel in der Blüte ihres Lebens von den Bäumen um sie in Rotkraut und Sauce zu ertränken – um nachher die Magentabletten zu suchen.

Manche Leute entwalden ganze Landstriche beim Versuch, mit Hilfe einer Tanne im Wohnzimmer endlich einen gepflegten Zimmerbrand hinzubekommen – draußen ist es ja kalt.

Alles schöne Traditionen. Aber das muss auch anders gehen.

Und deshalb (naja, und in Ermangelung einer besseren Idee im Katalog des Lieferanten) habe ich eine neue Tradition begründet.

Tusch!

Die berühmte castagirsche Weihnachtssachertorte. Tradition seit 2012.

Wie jede gute Tradition ist sie mit den üblichen Schwierigkeiten bei der Etablierung verbunden, nämlich dem Umherschleppen von Zeug und der vollkommenen Überlastung aller verfügbaren Antons bei den ansässigen Paketdienstleistern. Denn, Nachdenken kann schädlich sein. Und man sollte Traditionen so nehmen wie sie kommen, und sie nicht hinterfragen.

Nur dann ist gewährleistet, dass man zwar zwei Drittel der Torten direkt an Kunden versenden läßt, aber trotzdem zwei waschmaschinengroße und bleischwere Kartons in der Diele findet, in der sich die zwei Dutzend Holzkästchen befinden von denen man in einem Anfall von akuter Idiotie beschlossen hatte, sie den Empfängern persönlich zu überreichen.

Und nun suche ich meine versiffte Weihnachtsmannmütze, schleppe den Mist ins Auto und mache mich auf den Weg ihn mit möglichst wenigen Beulen im Raumschiff beim großen Eistanzfinale auf Frankens Straßen auszuliefern.

Das Gute daran ist, dass ich vermutlich gegen Ende keinen Bock mehr haben und drei, vier Stück wieder ins Raumdock schleppen werde, um sie selber aufzufresssen.