a life less ordinary ?

the egghead diaries

Die Lüge mit den Jahreszeiten

5 Kommentare

Jetzt beginnt wieder diese völlig überflüssige Jahreszeit über die man uns vorlügt, sie würde wie jede andere nur drei Monate dauern. Dabei dauert sie sechs. Kaum ist es mal nicht mehr 23 Stunden am Tag hell geht das Eichhörnchenprocedere wieder los und ich schalte in den Wintermodus.

Schon wieder ist meine Eingangstür zugebaut mit grossen Kartons, in denen – entgegen meiner Schätzung es müssten Bleibarren oder zumindest Hinkelsteine drin sein – dann doch nur Kaminholz ist. Es war doch erst gestern dass ich einen halben Wald durch die Bude geschleppt habe, oder ? Und wieder habe ich den armen Wicht der sie hochgewuchtet hat verpasst um ihm ein Trinkgeld zu geben. Dabei habe ich schon extra meine Variante der Sparbüchse – ein grosses Küchenglas in das ich alle Münzen aus dem Portemonnaie kippe – in die Diele gestellt um immer zwei Euro für jeden Anton zu haben der den Kram hoch bringt statt mir unten wieder eine „Wir hab Sie leider nicht angetroffen, holen Sie bitte … ab morgen … blah“ – Karte in den Briefkasten zu schieben.

Beim Einkaufen schaufele ich mir nicht mehr 28 Sachen auf den Unteram und balanciere sie zur Kasse, sondern nehme einen Korb, weil ich mindestens 39 Sachen haben will. Und ziehe diesen dann mehr hinter mir her als dass ich ihn trage, weil er natürlich bleischwer ist und mir sonst womöglich die Schultergelenke rausbrechen während ich den Rest der nicht reinpaßt natürlich trotzdem auf dem Unterarm balanciere. Am Raumschiff angekommen kann ich nicht mehr im Stehen alles einfach über die Beifahrertür auf und vor den Beifahrersitz fallen lassen um dann sofort nach der Fernbedienung zu angeln und die sofort anspringende Alarmanlage abzuwürgen – nein, ich muss erst darauf warten, dass der Kofferaum aufgeht. In dem mir höhnisch seit zwei Wochen zwei originalverpackte basecaps entgegengrinsen, die bei der höllischen Sonneneintrahlung mein Hirn vor dem endgültigen Austrocknen bewahren sollen. expert timing, Du Held.

In der Küche wird nicht mehr die nächstbeste Pfanne aus dem Schrank geholt um binnen Minuten irgendein Tier damit kurz anzurösten, sondern ich krame die im Lauf des Jahres in unentdeckte Bereiche verschwundenen kinderbadewannengrossen Töpfe wieder aus dem Schrank um Kompanierationen Goulasch zu bauen. Und schneide wieder stundenlang alles in kleine Streifen und Würfel, das nicht bei drei auf dem Baum ist. Wobei mir einfällt dass ich noch immer nicht im Müsli-Ghetto war um mir mehrere Büsche Kräuter aus der Erde zu ruppen. Hoffentlich krieg‘ ich das vor dem ersten Schnee noch hin. Und der erste Griff im Küchenschrank führt nicht mehr zu allem woraus man Salatsaucen bauen kann, sondern zu all den Sachen die man auch in der Großgastronomie braucht, um zu Tode gekochtes Zeug zu würzen.

Der Anblick langärmliger Hemden führt auch nicht mehr zur spontanen Selbstentzündung meiner Haare und die Badewanne nicht mehr zu Herzrasen, während bereits der Anblick der Dusche mein ab Werk weiter unten angeflanschtes Thermometer sooo klein werden läßt.

Die Regale mit Lebkuchen und Dominosteinen in den Läden wirken auch gar nicht mehr so deplatziert wie noch vor zwei Wochen. Dabei fällt mir ein ich sollte vielleicht sicherheitshalber neue Batterien in die Badezimmerwaage machen, nur so vorsorglich. Keine Ahnung wieso ich gerade bei Lebkuchen darauf komme.

5 Kommentare zu “Die Lüge mit den Jahreszeiten

  1. Du machst mir Spaß!

  2. Nee, glaube ich nicht. … alo, dass ich es anders gemeint habe.

  3. Da fällt mir ein, der Gewinn vom letzten Jahr besteht jetzt nur noch aus einer Holzschachtel mit einem krümeligen Schokoladenrest in einer spinnwebverhangenen Ecke. Muss also bald Weihnachten sein, obwohl weder Temperaturen noch Sonnenscheindauer dies hier verraten.

    • Hier merkt man es eindeutig. Und selbst als Grottenolm kommt man nicht drum herum – vor vier Wochen schon kam der Katalog um die diesjährigen Kundenpräsente auszuwählen. Da war meine Weihnachtsvorfreude doch noch recht verhalten.

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