a life less ordinary ?

the egghead diaries

Lost in calculation

4 Kommentare

Der capt’n baut mal wieder ein Angebot zusammen. Er ist froh, zwei screens zu haben, damit wenigstens die Hälfte der Excel-Kalkulation im Blick bleibt. Das Gebetbuch mit dem Angebotstext hat er sowieso schon auf dem Notebook laufen, um mehr Platz zu haben, der Leitzordner mit der Ausschreibung liegt auf dem Schoss, der Fussboden um ihn herum ist mit technischen Zeichnungen bedeckt. Aber eigentlich hätte er lieber vier screens.

Und bei jedem Durchgang findet er weitere Punkte, die erwähnt, bewertet und notfalls verschenkt werden müssen weil ihre Erklärung oft mehr Aufwand macht als die Umsetzung.

Fluchend beneidet er die Konkurrenz, deren Angebote sich auf „1-Stück Flughafen, Preis 3 Fantastilliarden, Lieferung bei Gelegenheit, Anzahlung bei Auftragseingang 100%, jeder Furz ausser der Reihe nach Aufwand siehe Preisliste, mfg Lichtgestalt“ beschränken, während er sein Gebetbuch mit all seinen Varianten zum dreiundneunzigsten mal korrekturliest.

Sein linkes Auge versucht, den Preis in der Kalkulation zu finden, sein rechtes versucht, den entsprechenden Preis im Gebetbuch zu überprüfen, ob dort nicht aus Versehen eine Null fehlt oder ein Minus auftaucht, wo keins sein dürfte.

Nach sechs  Stunden Recherche, Rechnerei, brain fuck und marokkanischem Kalkulationsbasar speichert er sein Werk und muss raus – die Zahlen unten in der Summenzeile haben irgendwie mehr Stellen als er gewohnt ist.

Als er ein wenig runtergefahren zurückkehrt und die Tapete erneut öffnet, meldet ihm Excel fröhlich einen Zirkelbezug. In freudiger Erwartung rechnet er damit, dass die Behebung desselben die Summe dramatisch nach unten verändern – mindestens halbieren – wird.

Tut sie nicht. Ohne Zirkelbezug ist es noch teurer und er überlegt, ihn wieder einzubauen.

Vor der eventuellen Auftragsverhandlung wird er sich entweder betrinken müssen, oder Valiums gelb anmalen, einwickeln und in die Nimm-2-Tüte packen.

4 Kommentare zu “Lost in calculation

  1. … können sie bitte etwas deutlicher schreiben? 😉 .. .ich habe „angebotssex“ anstelle „angebotstext“ gelesen … hmpf

    • Sex wird viel zu selten angeboten … und Ausschreibungen sind auch viel zu wenig verbreitet. Irgendwie ist das schade.

      • Muss am Pflichtenheft liegen. Und an den Folgekosten nebst Garantiezeit von mindestens 18 Jahren.

        • Sogesehen ist es ja dann nur die zweitschwerste Aufgabe. Das macht es gleich leichter.

          Die schwerste Auftragsart ist „innerhalb der Familie“. Lebenslange Garantie, 24h-Hotline, DAU-Resistenz. Noch 20 Jahre und sie glauben mir vielleicht wenn ich behaupte, ich sei Schreiner und hätte von Computern keine Ahnung.

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