a life less ordinary ?

the egghead diaries


17 Kommentare

Lagerfeuer

Drei Stücke Holz im Terrassenofen.

Aus dem Wohnzimmer klingt die dritte Staffel ‚Dexter‘ als Hörspiel.

Der Daiquiri muss weg, bevor das Eis schmilzt.

Die Elster traut sich nicht, die Weintrauben zu klauen und verlegt sich auf lautstarkes Gezeter vom Dach aus.

Acht Stunden später.

Der Ofen ist aus.

Der Abspann der letzten Folge von Staffel drei läuft.

Die Weintrauben sind weg.

Die Sonne geht auf.

Die Terrassenliege ist wirklich bequem.

Der capt’n ist erholt.

Zeit für einen Kaffee.

Wer braucht Wohnwagen.

Das ist die einzig akzeptable Form von camping.

 


Hinterlasse einen Kommentar

Test Drive IV – Lost in accessories

Der Verkäufer war gut, mit viel Ahnung, viel Zeit, und er kannte die Konkurrenz, Stärken und Schwächen, sehr angenehm. Von aussen draufgeschaut sah der A5 auch richtig schön aus. Drei Stunden später war das Ergebnis etwas ernüchternd.

Wir haben fast eineinhalb Stunden gebraucht, um das Zubehör zusammen zu puzzeln, verglichen mit geschätzt 15 Minuten beim Propellerträger wird schon klar, worauf der capt’n hinauswill.

Damals beim Passat musste man, um den rechten Aussenspiegel zu bekommen, den Heckscheibenwischer mit Intervallschaltung kaufen. Das ist gefühlte 30 Jahre her.

Willst Du Bluetooth, musst Du ein anderes Radio nehmen. Willst Du beheizbare Sitze, musst Du andere Sitze nehmen. Willst Du PDC vorn und hinten, musst Du wieder ein anderes Radio nehmen – am Ende wird die Zubehörliste über eine DIN-A4-Seite lang sein – verglichen mit nicht mal einer Drittelseite.

Audis sind einfarbig – zweifarbige Innenausstattung (helle Sitze, dunkle Teppiche) gibt es nur, wenn man für das bissle Teppich exakt 1K netto ausgibt. Dass helle Teppiche im show room toll, nach drei Jahren aber aussehen wie ein Schweinestall ist bekannt, wird bestätigt … und achselzuckend ignoriert.

Setzt Du Dich dann in einen A5 hinein, musst Du Dir alle fünf Minuten mit dem Hammer aufs Jochbein hauen um Dich daran zu erinnern, dass das kein Golf ist. Denn vom Platzangebot her ist es einer. Und von den Materialien her ist es einer. Kostet aber drei mal so viel.

Generell ist auffällig, dass jegliches vergleichbare Zubehör rund 25% mehr kostet als bei den Jungs mit dem Propeller auf der Haube.

Preislich kann er trotzdem mithalten, erstaunlich angesichts der Tatsache, dass man bis auf Blinkerhebel und Tankdeckel eigentlich alles als Zubehör drankleben muss, weil der Wagen in der Grundausstattung grad mal vier Räder hat.

Audi kalkuliert in Richtung niedriger Restwert – heisst hohe Raten. So gut das für eine Übernahme nach drei Jahren sein mag, will ich einen Kunden zum Markenwechsel überreden, ist es kontraproduktiv. Denn der wird sein erstes Exemplar eher nicht überehmen.

Dass in der Audi-Bonusbibel für Markenwechsler ausgerechnet und nur der A5 nicht auftaucht, ist ein dummer Anfängerfehler. Das Auto eine Nummer kleiner und es gibt allein dafür 2,5K Rabatt, eine Nummer grösser und es gibt noch mehr.

Der 3,2 fährt sich gut … ein bisschen brav, erinnert an eine E-Klasse, ist ein bisschen wie Dampfer fahren. Frontantrieb ist des capt’ns Sache auch nicht, und Quattro tut angesichts des Preises nun wirklich nicht not.

Das Stoffverdeck a.k.a. Liegewiese für die weisse Nachbarskatze … hat man einmal einen Metalldeckel gehabt, ist das keine echte Option mehr, so gut sie die Akkustik inzwischen auch im Griff haben.

Nettes Feature für Dellenkönige: Vollkasko 600 Euro im Jahr, unabhängig vom eigenen Schadensfreiheitsrabatt. Coole Sache. Hilft dem capt’n aber nicht, er fährt SF hallejuja, seine Versicherung will auch nicht mehr haben.

Schön mal gesehen zu haben, schön mal gefahren zu haben. Aber gefühlt ist es ein höher motorisierter VW mit anderem Blech drum herum. Nur für einen VW ist der A5 zu teuer. Abgesehen davon dass er furchtbar ausschaut: Der EOS im show room nebenan fühlte sich fast genauso an, ist aber 25K günstiger.

Spassmobile wie den TT können sie, praktische Kombis können sie, elegante Limousinen können sie. Oberklassecabrios können sie nicht. Der Unterschied zu vergleichbaren Sternenkreuzern und Propellerträgern ist stellenweise erschreckend, und das kann das hübsche Blechkleid nicht rausreissen.

Montag wird er den Sternenkreuzer noch mal fahren, wie vor drei Jahren schon einmal. Vielleicht bleibt wenigstens der im Rennen. Der A5 ist ausgeschieden.

 


15 Kommentare

Farbenflash II – Alles so schön bunt hier

Carbiowetter plus eine facility managerin die mit dem Staubsauger die Ohren malträtiert ergibt Ausflug.

Da steht der capt’n also beim grössten Audi-Händler am Ort. Er sieht nicht mehr aus als ein Penner als sonst, er hatte sich widerwillig rasiert und Renate hatte die Haare gezähmt. Auch die Bekleidung war auf den ersten Blick vollständig.

Was ihm auffällt ist, dass dort ungeheuer viele Autos stehen … nur nicht ein einziges cabrio. Kein A3, kein A4, kein A5. Sondern Sportsbacks, Limousinen, Kastenwagen. Nun gut, denkt sich der capt’n, die schaffen sowas ja schnell ran.

Allerdings hat der Transusenverein beim Feser irgendwie keinen Bock, dass jemand dort Geld ausgibt. Anders ist es nicht zu erklären, dass der capt’n zehn Minuten in der Ausstellung rumschleicht, während die Verkäufer eine Vaselineraupe veranstalten und die Empfangsdamen gruppendynamisch nasebohren statt ihm etwas zu trinken anzubieten.

Der capt’n hat ein sehr spezifisches Verständnis zum Thema Service. Er erwartet, was er selber leistet  – bei Kleinigkeiten, umsomehr aber wenn er wirklich viel Geld in die Hand zu nehmen bereit ist.

Und da kann etwas noch so schön sein, wenn ihm der Service nicht taugt, verliert er nach nur ganz kurzer Zeit jegliche Geduld und es wird schwer, ihn noch zu überzeugen.

Eigentlich ist das schade, aber es erinnert ihn stark an die Zeit von vor drei Jahren, als er vergleichbare Erfahrungen machen musste.

Also fährt er zur BMW-Niederlassung. Erstens mal hatten die damals schon den Preis ihres eigenen Stützpunkthändlers gnadenlos unterboten, ausserdem ist er ja an sich auf der Suche nach Farbkombinationen.

Dort angekommen fühlt er sich als Kunde. Man kommt auf ihn zu, fragt ihn, bringt ihm was zu trinken, beschafft Ansprechpartner. Und der Laden war vergleichsweise rammelvoll. Ihr Jungs mit den vier Ringen, da könnt Ihr Euch aber nur ganz schnell verstecken.

Das Angebot ist wieder deutlich unter dem des Stützpunkthändlers vor Ort, der wird sich warm anziehen müssen, wenn er das nächste mal anruft.

Ein Gewaltmarsch durch die drei Etagen der Aussegnungshalle beschert dem capt’n eine Grundauswahl, welche Farben in Frage kämen und reduziert es auf drei.

rubinschwarz

havanna

tiefseeblau

Zum Vergeich was er momentan fährt, allerdings mit schwarzen Sitzen:

platinbronze

Eben im Dock angekommen teilt Archie der Butler mit, die Niederlassung der Sterne hätte angerufen und hätte alles fix und fertig.

Edith sagt, es sollte erwähnt werden, dass die Sternhändler nach Diktat um 14:30 Uhr kompletto verreist sind und nur noch Suleiman, der Gärtner am Rohr ist. Hängepartie.

 


4 Kommentare

Farbenflash

Die sich aktuell wieder abzeichnende Farbauswahlfolter erinnert den capt’n daran, dass Kinder doch einen Zweck erfüllen.

Ein früherer Bekannter hat sich der Farbauswahlfolter durch Kinder entzogen … er liess immer sie entscheiden, wie die jeweilige Kutsche eingefärbt wurde. Gut, er fuhr dann aber auch in einem quittegelben Omega und anschliessend einer fast grasgrünen E-Klasse durch die Gegend … nach eigener Aussage zwar schmerzfrei, vielleicht hat er aber auch deshalb das Übernehmen eines geleasten Fahrzeugs nie in Erwägung gezogen.

Nur für das nächste Auto ist es eindeutig zu spät für diesen Ansatz.


7 Kommentare

Test Drive III – Das Nageln der Vernunft

Der capt’n ist unentschlossener als zuvor. Heute hat er sein Raumschiff statt mit dem gewohnten 6-Zylinder-Benziner mit dem 6-Zylinder-Diesel probegefahren.

Zwei Liter weniger Verbrauch, ein minimal günstigerer Literpreis, erstaunlicherweise noch mehr Durchzug wenn man die Pferde auf die Koppel lässt. Unbedeutend mehr Euros in der Anschaffung, Steuer und Versicherung. Rechnerisch eine glasklare Angelegenheit bei 20TKM Fahrleistung im Jahr.

Ausser einem face lift (bissle Botox in die Stossfänger und Scheinwerfer) hat sich null geändert … es sei denn, der capt’n blättert doch noch mal den Zubehörkatalog durch und findet vielleicht Brokatvorhänge für die Seitenscheiben und einen automatisch ausfahrbaren Wackeldackel für die Heckablage.

Aber da ist die Sache mit dem Nageln. Sicher, der capt’n nagelt gerne und ausdauernd. Nur hatte das bislang eher weniger mit Autos zu tun – aber na gut, es sind harte Zeiten, man muss sich da anpassen. Und man muss den Jungs ja zugute halten, dass der Diesel deutlich leiser ist als egal der capt’n befürchtet hatte, sie haben mit der Isolierung wirklich einen guten Job gemacht.

Trotzdem. Sein Raumschiff hört und spürt er im Stand nicht, selbst bei offenem Dach. Er hat sein Raumschiff schon oft ausgemacht in der Annahme der Motor sei noch aus. Wenn er am Rand der Fussgängerzone hinter freudentrunkenen Extremshopperinnen her schleicht, die den Wechsel des Fahrbahnbelags von Fussgängerzone auf Hauptverkehrsstrasse in ihren neuen Schuhen vor lauter Begeisterung über das Schnäppchen nicht realisiert haben … dann muss er sie anhupen, weil sie hören ihn nicht kommen.

Den Diesel hingegen hört er, wenn auch nur ein wenig … vor allem aber spürt er ihn. Dieses niederfrequente Vibrieren bekommt man vermutlich nur dann weg, wenn allein der Motorblock drei Tonnen wiegt. MAN-Schiffsdiesel werden aber in der aktuellen Baureihe nicht verbaut, da hat er sich informiert. Und alles drunter klingt ein bisschen nach Taxi.

Soll er also in Zukunft das geilste Taxi der Welt fahren ? Er ist hin und hergerissen. Aber wenigstens kann er die Farbauswahlfolter solange verschieben.

Thoughts, anyone ? Please ?